Die wunderbare Welt von Isotopp
Zehn Zentimeter
Kristian, wenn Du über Performance redest, dann redest Du immer von verteilten, asynchronen Systemen . Verteilte, asynchrone Systeme sind doof, schwer zu programmieren und laufen der Theorie zuwider, die ich an der Uni gelernt habe. Ich warte glaube ich lieber auf schnellere Prozessoren.
Viel Spaß beim Warten. Godot wird Dir Deine neue CPU bestimmt bald bringen.
Ein Gigahertz ist ein Takt pro Nanosekunde. Bei Lichtgeschwindigkeit kommt das Signal in einer Nanosekunde in etwa 30cm weit. In der Cray, die jetzt als Bar in der Lobby vom RZ der Uni Stuttgart Dienst tut, sind alle Kabel Vielfache von 30cm lang. Dadurch ist jedes Kabel auch eine Delay von 1, 2, 3 oder 4ns.
Ode an Kiel
Ich baue wie viele andere Kerle einen Grill auf, sortiere Decke, Lebensmittel und Bier-Kühler und lasse das alles wortlos auf Sophie wirken. Die untergehende Sonne lässt das Fördewasser weich schimmern, am Ufer gegenüber strahlt weiß der Sand, ganz weit hinten rechts leuchtet blau-rot der HDW-Kran, dazwischen die Segler, ein paar Schnellboote, die wie junge Hunde über die Förde tollen und zur Linken weit und offen das Meer. Ein paar Stunden noch, und der Vollmond wird genau über Heikendorf stehen. Was wäre, sähe ich das zum ersten Mal? Nörgler werden sagen, Kiel an einem Sommerabend ist ein billiger Trick, damit ist natürlich jede zu beeindrucken.
Hardware für ein MySQL
“Ich muß Hardware für einen Rechner kaufen, auf dem dediziert nur ein MySQL laufen soll. Was soll ich beschaffen?” ist eine Frage, die ich recht oft höre. Hier ist die lange Antwort.
Bevor man sich mit dem freundlichen Hardwarehöker des geringsten Mißtrauens in Verbindung setzen kann, muß man sich erst einmal ein paar Dinge überlegen.
Datenbank-Zielgröße bestimmen
Die allererste Überlegung ist die erwartete Zielgröße der Datenbank: Werden wir einen Bestand von 1G, 10G, 100G oder 1000G haben? Daraus und aus dem allgemeinen Gesundheitszustand des Geldbeutels ergibt sich schon die erste wichtige Erkenntnis. Nämlich: Werden wir es schaffen, eine speichergesättigte Datenbank zu bauen, oder bekommen wir eine Datenbank, die für Lesezugriffe auf die Platte zugreift?
Kistenschlacht
Abfahrt…
Alles startklar zum Vollräumen.
Zapf kommt…
Auspacken, bitte.
RAID-5
R> Ich hoffe, Isotopp wirft den Text aus #offtopicana nachher noch ins Blog.
Okay, hiermit getan.
O> Tu ich in den Ersatz-Server nun 2 oder 4 500er-Platten?
R> Machs richtig.
B> Nimm 4. Oder 5, wenn es geht. Vier im Raid, eine als Hot Spare.
I> Raid-5 nur mit Hot Spare (außer bei mir daheim). Raid-5 im Degraded Mode hat einen tierischen Overhead. So hoch, daß man sich die Frage “Prio auf normale Accesses oder Prio auf Reconstruct” nicht stellen muss.
Die Wahrheit über Wi-Fi
Dieser Comic ist mir wichtig. Ich bin ja auch eines dieser bedauernswerten Strahlungsopfer, ein schlafgestörter, geistig zurückgebliebener, zwergenwüchsiger Kümmerling: Ich wäre eigentlich 4.50 m groß geworden, hätte Feuer speien können und die Weltherrschaft an mich gerissen, aber durch die Strahlenexperimente meines Vaters bin ich halt klein und schwach geblieben und muss meine Software unter der GPL verschenken. Danke, Papa!
Der Comic irrt jedoch, wenn er die Gefahr bei der Strahlung verortet. Es ist nicht die Strahlung, die gefährlich ist, sondern die Antenne. Ein Mobilfunkprovider, bei dem ich mal gearbeitet habe, hat das in einer Doppelblindstudie erforscht: Antennen die mit Basisstations-Containern aufgestellt wurden erzeugen bei den Anwohnern exakt dieselben medizinischen Beschwerden wie Antennen, die unangeschlossen aufgestellt werden. Muss irgendwie die Kristallstruktur in den Antennenmetallen sein.
Fertig gelesen: The Origin Of Wealth, Growing Artificial Societies, The Quark and the Jaguar
Zur Zeit lese ich gerade The Origin Of Wealth , ein Buch, das dem Namen nach über Volkswirtschaft ist. Es beginnt aber mit einer Tour durch die Wirtschaftstheorie und einer Kritik derselben, um sich dann erst einmal dem Thema zellulare Automaten zuzuwenden und über verschiedene Simulationsexperimente mit agentenbasierten verteilten Systemen diskutieren. Der Autor,
Eric Beinhocker zeigt dann, wie solche Systeme dieselben Ergebnisse bringen können wie traditionelle Wirtschaftstheorie, nur genauer und mit weniger Aufwand.
Unfälle mit dem Bundestrojaner
Wie in Der Bundestrojaner durchdekliniert versprochen:
[ Mit dem Bundestrojaner bekommt ] der Staat einen Mechanismus, der für den angepriesenen Zweck vorab erkennbar ungeeignet ist, weil er die notwendigen Richtlinien zur gerichtsfesten Beweiserbringung nach Definition nicht erfüllen kann.
Und zwar berichtet der Deutschlandfunk von zwei Eindringversuchen deutscher Geheimdienste in fremde PCs.
In einem Fall ist der Schädling nach etwa zwei Wochen bemerkt worden, weil er im Ernst versucht hat, 120GB hochzuschießen, im zweiten Fall ist der Schädling sofort bemerkt worden und durch ein Programm ersetzt worden, das statt Daten blöden Scheiß geuppt hat.
Bundestrojaner im Handelsblatt
Im Handelsblatt sieht die Wirtschaft Online-Razzien gelassen :
Obwohl in der deutschen Wirtschaft die Sorge vor Internet-Attacken auf interne Daten- und Steuerungssysteme wächst, hat sie grundsätzlich gegen den geplanten PC-Zugriff durch den Staat nichts einzuwenden. Die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft stellt dafür allerdings eine Bedingung….“Es müssen jedoch zielgerichtete Eingriffe gegen potenzielle terroristische Straftäter sein, bei denen die rechtsstaatlichen Grenzen genau definiert sind”, sagte Thomas Menk, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft (ASW).
Erst mal die Verfassung brechen...
Deutschlandradio interviewed Thomas de Maizière:
Thomas de Maizière:Jeder, der das Internet benutzt, auch privat, nicht nur im Verhältnis zum Staat, muss wissen, dass er sich damit sehr viel offener macht, als er das vielleicht glaubt. Jeder kann einen Trojaner bekommen. Es können Informationen abgesaugt werden….
Deutschlandradio Kultur: Und da wird Karlsruhe mitspielen, glauben Sie?
Thomas de Maizière: Das muss man probieren, wie weit man gehen kann. Und dann ist jeder eingeladen, eine Verfassungsbeschwerde einzulegen, und dann wird Karlsruhe darüber zu entscheiden haben.