Die wunderbare Welt von Isotopp

Piratenthemen

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - August 10, 2009

Aktueller denn je: ‘Meine Familie und ich’, aktuelle Ausgabe - in der Vorwegnahme des Bundestagswahlkampfes.

Piratenthemen II

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - August 10, 2009

Die Welt veröffentlicht einen Wahlkampfartikel pro Piratenpartei: “Thomas de Maiziere: Kanzleramts-Chef fordert scharfe Regeln im Internet ”:

Thomas de Maiziere geht in die Offensive: Der Kanzleramts-Chef will die Kontrolle von Inhalten im Internet verschärfen und mittelfristig “Verkehrsregeln” fürs Netz einführen. Andernfalls würden wir dort Scheußlichkeiten erleben, die jede Vorstellungskraft sprengen, sagte de Maiziere.

Diese Art von Wahlwerbung die dem Prinzip des Geh nicht raus! -Spots folgt, ist hochwirksam: Obwohl die Welt eines der konservativsten Blätter am Markt ist, kann man in den Kommentaren die unmittelbare Überzeugungskraft dieser Art des Wahlkampfes erkennen.

Jugendschutzfilter saugen und dafür gibt es einen Grund

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - August 6, 2009

Heise newstickert: Bundesregierung sieht große Mängel bei Jugendschutz-Filtern . Ach!

Bislang habe keines der staatlich getesteten Jugendschutzprogramme, die Filterregeln für beispielsweise von Eltern zu installierender Schutzsoftware vorgeben, eine “akzeptable Wirksamkeit” entfaltet, schreibt der federführende Beauftragte für Kultur und Medien, Bernd Neumann, in seiner jetzt verfügbaren Antwort (PDF-Datei) auf eine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion. Zu viele zulässige Inhalte würden blockiert, und zu viele ungeeignete Angebote würden durchgelassen, schreibt der CDU-Politiker unter Berufung auf Tests im Prüflabor der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) bei der länderübergreifenden Stelle jugendschutz.net. Beide Mängel seien nicht wünschenswert.

Migros schaltet i-m.ch ab

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - July 28, 2009

Migros schaltet seine Server aus .

Die Lizenzserver sollen angeblich noch bis 2011 weiter laufen, sind aber jetzt schon angeblich nicht mehr immer erreichbar. Und die vorausbezahlten Beträge, die Migros seinen Kudnen noch schuldet, werden nur auf Antrag zurückgezahlt (das wäre nach deutschem Recht übrigens so nicht möglich).

Netzwertig kommentiert:

Man kann es nicht oft genug sagen: DRM-Angebote sollte man als Kunde immer meiden, sofern es geht. Man erwirbt damit keine Produkte, sondern nur das vom Anbieter aus verschiedensten Gründen widerrufbare Nutzungsrecht. Die Abhängigkeit gegenüber dem Anbieter durch DRM ist für jeden Kunden eine tickende Zeitbombe.

Unix-"Standards"

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - July 26, 2009

Die Geschichte von Unix ist eine Geschichte der gescheiterten oder unbrauchbaren Standards - ihre Zahl ist Legion.

Egal in welche Richtung man schaut: Sun zum Beispiel hatte einmal einen auf Postscript basierenden Desktop - NeWS , der in gewissser Weise X11 um Jahrzehnte voraus war, sich aber nie hat durchsetzen können, unter anderem deswegen, weil das Ding von Sun als Waffe gegen andere Unix-Anbieter verwendet worden war und quasi tot-lizensiert wurde, gefolgt vonOpen Look und dann dem Motif-basierenden CDE . Speziell letzteres war endlich ein herstellerübergreifendes Projekt, das von allen kommerziellen Unix-Anbietern unterstützt wurde (siehe auch den Solaris-Artikel ). Da Motif als Toolkit aber bis zur Obsoleszens keine freie Software war und CDE auch keine nennenswerte Weiterentwicklung erfuhr, wurde es inzwischen großflächig durch KDE oder Gnome ersetzt - beides nativ freie Software.

Stromzähler revisited

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - July 6, 2009

Neulich fragte ich noch Wieviel Strom verbraucht ein Stromzähler? :

Von den Sicherheits- und Datenschutzaspekten mal abgesehen…

Von diesen Aspekten kann man nun nicht mehr absehen, denn EnBWs Yellowstrom implementiert den maximalen FAIL. Im Spiegel wird unter dem Titel EnBW lässt Stromzähler zwitschern ernsthaft erwogen, Twitter als Nachrichtentransport vom Zähler zum Endverbraucher und als Kommandotransport vom Endverbraucher zum Endgerät zu implementieren. Mit dem Zähler als Haushalts-Server und X10 Kommandozentrale…

Das ist auf so viele verschiedene Weisen kaputt, daß ich nur leise stöhnen kann: Twitter ist öffentliche Kommunikation und übermittelt meinen Stromverbrauch an die ganze Welt, unzureichend authentisiert, der Stromverbrauch eines solchen Gerätes ist mit Sicherheit höher als der eines Altzählers und ich will ganz bestimmt keine kritische Infrastruktur in meinem Haushalt am Internet angeschlossen wissen. Noch mehr will ich verhindern, daß kritische Infrastuktur eines Stromversorgers mit Gateways ins Internet ausgestattet ist.

"Dir fehlen die Worte" oder "Die Position der Piratenpartei zum Urheberrecht in einer Flatrategesellschaft"

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - July 1, 2009

Ich bin Mitglied in der Piratenpartei, aber dieser Text hier ist meine Sicht auf das Thema und nicht eine abgestimmte Position der Piratenpartei. – Kris

Es geht um Urheberrecht und um den Graben des Nichtverstehens zwischen Online und Offline.

Die Position der Piratenpartei zum Urheberrecht wird in Fernseh- und Zeitungsberichten oft falsch oder gar verzerrt dargestellt. Daran ist die Piratenpartei sicher nicht ganz unschuldig, weil die Positionen der Partei in ihren eigenen Texten ideologisch nicht ganz klar formuliert sind.

Urheberrecht - 360-Grad-Ansicht

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - July 1, 2009

Durch die Gründung und Medienpräsenz der Piratenpartei, den Heidelberger Appell und die verschiedenen Schreie von Verlagen nach staatlicher Subventionierung und Schutz ihres Geschäftsmodelles als UNESCO Weltkulturerbe ist das Thema Copyright in den vergangenen Wochen aktueller denn je.

Anfang dieses Monats gab es dazu zwei brilliante Artikel bei Netzwertig, einem Blog, das ich sowieso zum Abo empfehlen kann. In Warum Bezahlinhalte im Netz nicht funktionieren baut Marcel Weiss einmal auseinander, warum Verlage und Agenturen ihre Meldungen gratis ins Netz stellen - stellen müssen! -, obwohl sie wissen, daß das langfristig kein solides Geschäftsmodell ist. Die tragende Säule seiner Argumentation ist der Paywall, der den Content der Zeitung gegen Benutzer und Suchmaschinen abschirmt: Dadurch wird die Site in Suchmaschinen schlecht gefunden, die Inhalte können sich nicht durch Mundpropaganda - das böse Sharing! - weiter verbreiten und sie können in der globalen Diskussion nicht referenziert werden, weil sie keine öffentliche URL haben. Dadurch fehlt der Site hinter dem Paywall jedes Wachstumspotential, und wenn nicht besondere Bedingungen vorliegen verkümmert die Site.

Internet mit Kugelschreibern (und ein Päckchen für Mama)

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - June 27, 2009

Ich bin ja ein guter Sohn und schicke daher meiner Mama ab und an ein Päckchen. Da freut sie sich immer. Weil ich außerdem ein Geek bin, ist es ein IP-Päckchen.

Auf so ein Päckchen muß natürlich auch ein Adreßaufkleber drauf, und in dem müssen die wichtigen Zustellinformationen eingetragen werden.

Vordruck für den Versand von IP-Päckchen, korrekt ausgefüllt und mit ein wenig TTL frankiert.

Für die Zustellung sind drei Felder im Adreßformular wichtig: In das Feld ‘32 Bit destination IP address’ ist die Empfängeranschrift einzutragen, hier also beispielhaft mal 134.245.16.8, in das Feld ‘32 bit source IP address’ ist der Absender einzusetzen, also etwa 85.183.48.160. Und schließlich muß Porto drauf, d.h. ins Feld ‘Time To Live’ (TTL) ist einzutragen wie viele Router weit das Paket maximal reisen können soll - ich habe hier einmal 20 eingetragen. Payload rein, und ab zur Post damit. Äh, ins Netz natürlich.

Internet mit Kugelschreibern (und Bussen)

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - June 24, 2009

Das da ist Kris.

Mein Rechner hat keine Internet-Karte. Er hat Ethernet, Wi-Fi, Bluetooth, und wenn er ein wenig älter wär hätte er auch noch ISDN oder einen Modem-Anschluß. Aber eine Internet-Karte steckt da nicht drin.

Wieso eigentlich nicht?

Holen wir einmal ein wenig aus, und bauen wir ein Beispiel aus der realen Welt.

Kris muß nach Norwalk, CT. Das ist in Connecticut, USA, Nordamerikanischer Kontinent, gleich neben New York.