Die wunderbare Welt von Isotopp

Google im Fadenkreuz der Politik

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - January 18, 2010

Einmal schreibt Susanne Gaschke in der Zeit einen weiteren Hetzartikel gegen Google und wie wir alle in den Händen dieser cthulhuiden Datenkrake landen werden. Unterdessen versteigt man sich beim Spiegel zu Vergleichen von Google mit der Stasi . Das alles konzertiert ein Ausheulen der Verlegervertreter beim Kartellamt , wobei sich die Begründung der Beschwerde recht deutlich wie ‘Wir wollen auch was von dem Geld, sonst müssen wir uns womöglich anpassen’ liest.

Frau Leutheuser-Schnarrenberger klingt dabei fast niedlich:

Google baut ein Telefon

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - December 15, 2009

Mobilfunkmarkt jetzt

Google hat entschieden, daß der Voice-Anteil des Mobilfunkmarktes irgendwie nicht weiter wichtig sein wird in der Zukunft, sondern daß am Ende gewinnt, wer das mobile Internet beherrscht. Auch SMS und andere Dienste werden dabei langfristig von Chatanwendungen und Twitter geplättet werden. Es kommt also mehr darauf an, diese Anwendungen auf einem Mobilfon zu kontrollieren, das always on ist, als alten Mobilfunkmist zu emulieren. Derlei Zeugs braucht man nur noch für legacy, aber eigentlich will man ja ein Google Voice Handset.

ssh durch den Gateway Host

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - December 6, 2009

Ich sitze hier daheim beim PHPlätzchenbacken und Kore fragt mich eben: “Sage einmal, ich habe daheim so einen Router, der NAT macht und den ich als Sprunghost verwende, und dahinter meinen Desktop-Rechner. Kann ich eigentlich Dateien von daheim von meinem Desktop auf mein Netbook kopieren, ohne daß ich die auf dem Router als Zwischenkopie ablegen muß?”

Es geht sogar besser als das, und dafür braucht man eine $HOME/.ssh/config-Datei auf seinem Netbook und eine Kopie von ’netcat’ oder ’nc’ auf dem Router. Das ist bei Kore mit dem Busybox-Netcat auch der Fall.

Google DNS

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - December 4, 2009

Google teilt mit, daß sie nun eigene öffentliche DNS-Server betreiben, und erklärt dabei für Laien, wie man DNS-Server des Providers ausnullt und durch den DNS-Server von Google ersetzt.

Das ist sicher nur vorübergehend, ich bin sicher, daß die nächsten Versionen von Google Toolbar und Chrome dem Benutzer auch anbieten werden, die Änderung an seiner Stelle zu machen und zu kontrollieren, daß diese Einstellungen so bleiben. Ich bin mir auch sicher, daß Google Wege finden wird, die Kommunikation zwischen dem Rechner des Anwenders und Google so abzusichern, daß es nicht mehr möglich sein wird, DNS-Queries zwischen dem Client Rechner und Google durch einen transparenten DNS-Proxy abzufangen und auf die providereigenen DNS-Server zu fälschen - ich rechne da mit einer stufenweisen Eskalation zwischen lokalen Providern und Google, die am Ende auf einen weiteren Aspekt der Netzneutralitätsdebatte hinausläuft.

Meldung und Hintergrund

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - November 29, 2009

Medienecho zur Taxi-Studie des ADAC auf Google News.

Der ADAC hat die deutschen Taxiunternehmen getestet und das Ergebnis war verheerend. Mit der Studie verbindet der ADAC eine Reihe von Forderungen. Die Story ist Ende Oktober durch alle wichtigen Zeitungen gegangen, hier eine Auswahl.

  • Handelsblatt - nennt Städtezahl (12) Grundgesamtheit (240 Fahrten), Kriterien, Sieger und Verlierer und typische Probleme. Quelle nicht verlinkt.
  • Autobild - nennt Städtezahl, 20 Fahren pro Stadt, Kriterien, Sieger und Verlierer, hat eine Tabelle. Quelle nicht verlinkt.
  • Spiegel - nennt Städtezahl, Grundgesamtheit, Mängelquote, Sieger und Verlierer, Quelle nicht verlinkt.
  • Zeit - nennt Städtezahl, Grundgesamtheit, Mängelquote, Quelle nicht verlinkt (Die Zeit nennt eine DPA-Meldung als Quelle)
  • Potsdamer Neuste Nachrichten - Fokus auf Potsdamer Ergebnis, Städtezahl und Grundgesamtheit nicht genannt, Quelle nicht verlinkt.
  • BZ Berlin - Nachrichtenfragment ohne sinnvollen Inhalt und ohne Quelle.
  • Taxi Heute - Originaltabelle des ADAC, 12 Städte, 240 Fahrten, Fehlerquote, Sieg- und Verlierergründe, Link auf die Originalquelle.

Die Originalquelle des ADAC nennt die Methodik und listet auch die Forderungen des ADAC . Die Umwegfahrten zeigt der ADAC in Beispielen (Als jemand, der in Karlsruhe Auto gefahren ist, finde ich die Karlsruhe “Irrfahrt” ziemlich interessant).

Wie man einen Wikipedia-Artikel... liest

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - November 28, 2009

Der Artikel Batman in der deutschen Wikipedia - unser Arbeitsbeispiel.

Wikipedia ist eine Online-Enzyklopädie. Die meisten Menschen nutzen Wikipedia zum Nachschlagen, das heißt ihre Nutzung ist lesend und vertikal. Lesend bedeutet, die verändern den Artikel nicht, obwohl Wikipedia das prinzipiell zuließe, und vertikal heißt, daß sie meistens über einen Deep Link direkt bei dem Artikel landen und auch nicht nach anderen verwandten Artikeln schauen.

Dementsprechend erwarten Benutzer, daß die Informationen in dem Artikel wahr und vollständig sind und möglicherweise sind sie das sogar. Dieser Blogeintrag soll helfen, die Qualität eines Wikipedia-Artikels beurteilen zu können.

Das Schweigen der Lemmata

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - November 22, 2009

Ich huste mir daheim zwar einen ab, aber es handelt sich nur um die geräuschvollen Nachwirkungen eines gewöhnlichen viralen Infektes, und nicht um irgendein H?N?. Das ist gut.

Trotz Rotz und Keuch habe ich dem Jochen Reinecke von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ein paar Fragen betreffend Wikipedia beantwortet, und die sind heute ebenda unter dem schamlos verbalsadistischen Titel “Das Schweigen der Lemmata” veröffentlicht worden.

Da ich heute nicht Zug fahre, kenne ich den Inhalt der FAS leider nicht, aber in Absprache mit Herrn Reinecke drücke ich meine Antworten auf seine Fragen auch noch mal hier direkt ins Blog. Wenn’s Gelalle ist, schieb ich auf’s Fieber. :-)

Der CCC vernichtet den Hamburger Wahlstift

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - November 17, 2009

“Millions of starlings swarming at dusk before settling in the woods below.” – Gail Johnson (CC-BY-NC)

Der Hamburger Wahlstift sah zunächst ja mal aus wie eine gute Idee: Der Wähler wählt mit einem Stift auf einem Blatt Papier und kreuzt ganz normal an, welche Partei er wählen will. Der Stift ist jedoch in Wahrheit ein Scanner, der ein Muster vom Papier abliest, das dem Stift mitteilt, an welcher Stelle der Wähler sein Kreuz macht. Der Stift zählt so die Wahl und kann ausgelesen werden. Durch regelmäßiges Auslesen des Stiftes hat man dann ratzfatz ein Wahlergebnis, und wenn die Wahl angefochten wird, kann man immer noch die Zettel auszählen.

Die Nachrichtenverlage bringen sich um

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - November 17, 2009

In Can Newspaper publishers survive this revenue freefall? stellt Martin Langeveld fest, daß in den letzten 50 Jahren der Anteil der gesamten verfügbaren Budgets in der Werbebrance bei ziemlich konstant 2% des Bruttosozialproduktes lag. Jedoch: Die Verteilung der Werbebudgets ist nicht konstant.

Medienanteile am Werbebudget in den letzten 50 Jahren.

Die Reaktion der Zeitungsverlagsbranche ist nicht eine Modernisierung, sondern der Ruf nach einem Leistungsschutzrecht. Das werden sie nun bekommen , gegen den Rat zahlreicher Expertengutachten. Und obwohl noch unklar ist, wie dieses Recht genau aussieht, ist eines schon klar: Falls es wirksam ist, werden effektiv aufgestellte digitale Medienkonzerne wie Microsoft und Google es eher zu ihren Gunsten nutzen können als regionale Zeitschriftenverlage. Falls es nicht wirksam ist, ist es auch egal. Unausweichlich wird es den Niedergang der traditionellen Nachrichtenredaktionen beschleunigen.