Die wunderbare Welt von Isotopp

The pursuit of happiness

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - December 5, 2011

Occupy. Die Piraten beschließen, sich mit dem bedingungslosen Grundeinkommen auseinander zu setzen. Ich lese Andreas Eschbach “Eine Billion Dollar” neu, und es liest sich nicht wie ein Roman, sondern wie eine Art Jahresrückblick. Finanzkrise. The Origin of Wealth . Sugarscape . Beide erzählen dieselbe Story, die Eschbach da bringt. Plutonomie. Neusprech . Technische Regierungen.

Mein Browser hat mehr als 25 Tabs zu diesen Themen offen, und sie zeigen alle in dieselbe Richtung - wir müssen wichtige Dinge des Lebens neu denken, oder die Welt verändert sich ohne uns und läßt uns zurück.

Fertig gelesen: The Lean Startup

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - December 2, 2011

The Lean Startup , Eric Ries, EUR 10.99

Ries: The Lean Startup

Das Buch “The Lean Startup” von Eric Ries wurde mir von Johann-Peter Hartmann und den anderen Maiblümchen als Antwort auf meinen Froscon-Vortrag dieses Jahr geschenkt, damit ich mich nicht mehr so alleine fühle. :-) In der Tat beschreibt Ries eine ganze Reihe von Firmen, die in einem Umfeld extremer Veränderung und Unsicherheit agieren - das ist Ries' Definition von Startup, und die kann auch recht große Firmen oder Behörden abdecken. Sie beschreibt auch mein Arbeitsumfeld recht gut.

Testing in Production

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - December 2, 2011

Mitte November ist auf The Testing Planet ein Artikel von Seth Eliot (Microsoft) erschienen mit dem Titel Testing in Production . Eliot schreibt über Software Services, also Dienste, die auf einer Website laufen, sodaß die User keine Anwendungen installieren müssen (Wir erinnern uns: Microsoft ist noch immer ganz groß darin, Software auf physikalischen read-only Medien an Benutzer zu verschicken, auch wenn diese Software seit einer Dekade kaum mehr als ein Loader für Updates über das Internet ist und nach der Installation vom Medium erst einmal alle eben installierten Dateien durch das heruntergeladene Update durch neuere Versionen ersetzt werden).

Von einem Absturz, Tutus und einem neuen Urheberrecht

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - November 24, 2011

Argh! Ein mal, ein einziges Mal tut man etwas Gutes und dann das!

In den Kommentaren zu Nicht das Urheberrecht ist das Kernthema schrieb ich also:

Du kannst Lena Falkenhagen ein neues Urheberrecht schreiben lassen, nach ihrem Wunsch, und das zum Gesetz werden lassen. Es würde ihre Situation nicht verbessern. Denn die Probleme, die sie da sieht oder hat - sie liegen nicht im Urheberrecht.

und machte meinen Standpunkt also in einem Nachtrag noch einmal deutlicher.

Defaultseitenhieb("Post-Privacy")

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - November 16, 2011

Es begannt mit einem Google Plus Artikel zum Thema EA und Origin. Origin ist ein Pflichtbestandteil von neueren Spielen von Electronic Arts, und geht über einen normalen Kopierschutz insofern hinaus, als daß es anfängt, die Platte des Kunden zu durchsuchen und unbekannte Mengen Daten aufzusammeln und an EA zu schicken.

Mein Post spießte die Tatsache auf, daß sich unsere Politik an Facebook hochzieht, inkonsequenterweise aber solche Dinge wie Origin ignoriert. Selbst dann, wenn sie wie in FIFA 12 auf die Rechner von 12 Jahre alten Kindern angewendet werden - wäre dies keine Firma, sondern eine natürliche Person, hätten wir hier einen Cyberstalking-Prozeß am Laufen.

Nachtrag: Nicht das Urheberrecht ist das Kernthema

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - November 10, 2011

Der Beitrag Nicht das Urheberrecht ist das Kernthema ist von der taz verlinkt worden: Frédéric Valin faßt unter dem Titel Fortschritt ins dunkle Mittelalter den Stand der Debatte zusammen, kommt aber ebenfalls nicht zu einer Lösung - was ihn nicht hindert, schon in der Überschrift zu fordern “Die Piraten müssen das Problem Urheberrecht endlich lösen”.

Und da ist der Kern des Problems dann schon wieder, gleich im Titel. Mehrfach. Erstens werden die Piraten das Problem nicht lösen, genau wie keine andere politische Partei das tun wird, weil es so nicht geht. Denn zweitens ist das Urheberrecht nicht das Problem - wenn man Lena Falkenhagen oder sonst eine Person ein neues Urheberrecht schreiben ließe und es in ein Gesetz gösse - es würde nichts ändern.

Datenschutztheater: dynamische IPv6 Adressen

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - November 9, 2011

Wir hatten das Thema schon einmal in IP V6 verkehrt , aber es ist noch nicht tot. Spezialexperten für den Datenschutz aus aller Welt haben sich getroffen, und waren gemeinsam besorgt:

Die Datenschutzkonferenz empfiehlt, die bisher bei Zugangsanbietern übliche dynamisch IP-Adressvergabe auch nach der Einführung von IPv6 beizubehalten. “Internetzugangsanbieter und Betreiber von Gateways sollte die Nutzung dynamischer IP-Adressen als Standardeinstellung anbieten”, heißt es in der am Freitag von Schaar veröffentlichten Entschließung (PDF-Datei).

Nicht Urheberrecht ist das Kernthema

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - November 8, 2011

Die Süddeutsche hat einen määndernden Artikel , der auf Seite 2 dann doch noch irgendwie zum Punkt kommt und Rick Falkvinge verlinkt und daraus ableitet:

Jetzt, da sie erstmals in einem deutschen Parlament sitzen, scheinen sie genau das vergessen zu haben. Sie sprechen über fahrscheinlosen Nahverkehr, aber nicht über das Urheberrecht. Das ist erstaunlich, weil eine Pauschalabgabe fürs S-Bahnfahren genau auf dem urheberrechtlichen Modell basiert, das Juristen unter dem Begriff “Kulturflatrate” für die Netznutzung beschreiben.

NULL is NULL

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - November 4, 2011

Q> Sag mal, NULL zählt nicht bei einem UNIQUE INDEX? Zum Beispiel ein UNIQUE INDEX auf (a,b) und dann

a  b
1  2
1  2

Das geht nicht, da Duplikate Key. Aber

a  b
1  NULL
1  NULL

wird zugelassen.

Kris> Du kaufst bitte mal SQL für Smarties: Advanced SQL Programming und ißt das dann auf.

mysql> select * from t;
+----+------+
| id | d    |
+----+------+
|  1 | NULL |
|  2 |    2 |
|  3 |    3 |
|  4 | NULL |
+----+------+
4 rows in set (0.00 sec)

mysql> select count(*) as a, count(d) as b, count(coalesce(d, 0)) as c from t;
+---+---+---+
| a | b | c |
+---+---+---+
| 4 | 2 | 4 |
+---+---+---+
1 row in set (0.00 sec)

mysql> select d, coalesce(d, 0) as dc from t;
+------+------+
| d    | dc   |
+------+------+
| NULL |    0 |
|    2 |    2 |
|    3 |    3 |
| NULL |    0 |
+------+------+
4 rows in set (0.00 sec)

Kris> Und außerdem

Der Trojaner nach dem Trojaner

Avatar of @isotopp@infosec.exchange Kristian Köhntopp - October 15, 2011

Ich bin Informatiker, kein Jurist. Die Juristen und Verwaltungsmenschen, die ich kenne, haben mich jedoch gelehrt, daß Menschen in Deutschland Handlungsfreiheit haben - sie können tun, was immer sie wollen, solange dem nicht ein Verbot durch ein Gesetz entgegensteht. Dem Staate jedoch, so erklärten sie mir, ist diese Freiheit nicht gegeben: Grundlage allen staatlichen Handelns muß ein Gesetz sein.

Darum ist der von der Firma Digitask im Auftrag der bayrischen Staatsregierung entwickelte und nahezu bundesweit eingesetzte Staatstrojaner so ein Problem: Die rechtliche Grundlage für seinen Einsatz ist nämlich mindestens strittig, wenn nicht sogar offensichtlich nicht gegeben.