Die wunderbare Welt von Isotopp
Backdoor
Sergei Skorobogatov von der Uni Cambridge kündigt sein neues Paper an, das jedoch erst im September veröffentlicht werden wird (PDF ):
“Breakthrough silicon scanning discovers backdoor in military chip” will appear at CHES2012 in September. It will expose some serious security issues in the devices which are supposed to be unbreakable.
Es geht um Krypto, die in Hardware implementiert ist, und man hat Chips untersucht, die in aktueller militärischer Hardware eingesetzt werden, indem man Reverse Engineering-Techniken auf diese Hardware angewendet hat und das so gewonnenene Design gegen die Spezifikation verglichen hat. Die anderen Artikel auf der Seite legen nahe, daß es sich um ein FPGA handelt, bei dem man festgestellt hat, daß es neben dem durch den legitimen Benutzer verwendeten Key auch noch einen zweiten festen Key besitzt, der verwendet werden kann, den Chip aufzuschließen oder herunterzufahren, auch wenn er durch den legitimen Benutzerschlüssel versiegelt worden ist.
Logging
“Kris”, fragt man mich, “Kris, gibt es außer ‘Volltextsuche’ noch andere Gründe, für neue Anwendungen noch MyISAM zu verwenden? Im konkreten Fall geht es um eine verhältnismäßig einfache Datenstruktur, in die nur streng sequenziell geschrieben wird, nie gelöscht wird und viel und kreativ gelesen wird.” Na, das ist doch mal ein weites Feld.
Teile davon habe ich in Ein paar Gedanken zu Zeitreihendaten und Wie man einen Graph plottet ja schon beackert.
Alle vier Stunden - zum Nutzen von Antivirus und zum Nutzen von Testverfahren
In Nur bedingt abwehrbereit schreibt Peter Welchering über die Wirksamkeit oder Unwirksamkeit von Antivirenprogrammen. Dabei geht es auch um den “Schutzlevel” von Antivirenprogrammen, wie immer der genau definiert ist. Ich lese unter Schmerzen:
Einen 99-prozentigen Schutz verspricht Marco Preuß vom Antivirenhersteller Kaspersky. Auf 35 bis 96 Prozent taxieren die Softwaretester der „Stiftung Warentest“ das Schutzniveau von Antivirenprogrammen.
In einem früheren Leben vor vielen Jahren war ich einmal Securityfuzzi in einem größeren Internetladen, und hatte in dieser Eigenschaft gelegentlich mit Viren und ihrer Verbreitung zu tun, etwa die SOBIG -Welle und einige andere, vergleichbare Teile.
Grundsätze verteilter Datenbanken
Wonka> Die Toppoint z.B. wird vermutlich nie was haben, was in nennenswerte Last-Regionen kommt, aber ich will - akademisches Interesse und so - schon wissen, wie man das da am besten täte. Was mich auch für die Toppoint interessiert: irgendeine Sorte Redundant Array of Inexpensive Databases :)
Lalufu> MySQL mit Replication? Alternativ mit DRBD?
Isotopp> Mit DRBD. Nicht mit Replikation.
Wonka> Lalufu: Hm, Master-Master-Replication geht ja nur mit Zweien. Wenn man nun mehr als das haben will, kann man zwar Ringe bauen, aber nur einfach verkettete.
Wie man einen Graph plottet
Ein total kaputtes Stück Graph.
Das da ist das, was ich bekomme, wenn ich mir eine Woche Daten in dem Datenbank-Monitoringprodukt meiner Wahl anschaue. Aber das spielt keine Rolle. Ich kann mir so ziemlich jeden Zeitreihengraphen anschauen, aus so ungefähr jedem Stück Software, das mir zur Installation zur Verfügung steht, und falls es nicht rrdtools ist, ist es genau so kaputt.
Das ist bemerkenswert, weil der Plot wahrscheinlich von einem Rudel Diplom- oder Master-Abgänger gebaut worden ist. Man sollte annehmen, daß jetzt, wo ein Studium Geld kostet, diese Personen vielleicht auch zuhören, wenn ihnen elementare Dinge erklärt werden.
Sam spielt es noch einmal: Das Lied vom Urheberrecht
Wolfgang Michal schreibt auf carta.info: Kleine Anfrage an die Kritiker des geistigen Eigentums das übliche Zeugs. Das heißt, er zieht sich an dem Begriff “Geistiges Eigentum” hoch und schlägt vor, daß die Gegner des Kampfbegriffes “Geistiges Eigentum” auch das dingliche Eigentum gleich mit abschaffen, wegen weil.
Die Diskussion und die Argumente sind nicht neu, wir finden sie auch im hinteren Teil der Diskussion mit Lena Falkenhagen im November , die ich seinerzeit in Nicht das Urheberrecht ist das Kernthema zusammengefaßt habe. Sicherheitshalber hat Marcel Weiss die Standardantwort auf diese Standardfrage noch einmal aufgeschrieben, denn manchmal braucht auch einer wie Wolfgang Michael einmal eine FAQ an die Birne geknallt.
Architektur heißt umbauen
Teatro di Marcello , Rom
Das auf dem Bild da ist das Theater des Marcellus, in Rom. Das Foto habe ich Anfang 2006 aufgenommen, als ich dienstlich bei einem Kunden ganz in der Nähe war.
Das Marcellustheater ist nach Marcus Marcellus benannt, einem Neffen von Kaiser Augustus, und wurde so um 13 vor Christus fertig gestellt. Es ist später verfallen, dann im Mittelalter als Festung genutzt worden, im 16. Jahrhundert dann in eine Palastresidenz umgewandelt worden. Heute besteht der obere Teil aus einer Reihe von Appartments und unten werden im Sommer diverse Konzerte aufgeführt.
/b/ wie "Verzweiflung"
Netzpolitik.org weist auf das Positionspapier “Eckpunkte für eine Novelle des Jugendmedienstaatsvertrags ” (PDF) der CDU hin. Dort findet man die Idee, neben den bekannten Kennzeichnungen der Altersstufen “6”, “12”, “16” und “18” eine weitere aufzunehmen: “B” für Blogs.
Bei netzpolitik.org findet man das lustig, aber der Hintergrund ist ernst. Zum besseren Verständnis hier noch einmal der Verweis auf Unerwünschte Freiheiten von Holger Bleich bei der c’t, um die Interessenlage der Player in Erinnerung zu rufen.
Wieso wir uns veröffentlichen
Der folgende Text entstand aus einigen Zeilen, die ich zwischen Tür und Angel in #spackeria abgeworfen habe, und die von Jürgen Geuter und Sven Türpe aufgearbeitet worden sind. Er ist noch nicht ganz fertig, und an einigen Stellen sind Brüche drin, aber nachdem wir da in den letzten paar Tagen nicht haben weiter arbeiten können, hau ich den aktuellen Stand mit allen seinen Schwächen einfach mal hier ins Blog bevor uns der Text weg gammelt.
Recht auf Vergeben
Unser Innenminister diskutiert das “Recht auf Vergessen ” im Spiegel Online und benutzt dort wieder Worte komisch. Ich habe das in Vergeben, vergessen und vernichten schon mal angesprochen.
Die entsprechenden Diskussion auf Google Plus war interessant, denn der Text erschien einem Teilnehmer dort als ’erstaunlich reflektierter Text'.
Ich teile diese Ansicht und zugleich auch nicht, denn es ist der Sprachgebrauch von “Vergessen”, der hier die Sicht auf die Dinge verstellt.
Ja, Friedrichs Gedanken sind sinnvoll in dem Sinne, daß ein “Recht auf Vergessen” so wie es zuvor in der Politik diskutiert worden ist, extrem schädlich wäre (denn inhaltlich war das ein Recht auf Vernichtung).