Die wunderbare Welt von Isotopp
Fertig gelesen: "Nonzero - The Logic of Human Destiny"
Wright vertritt die These, daß Makro-Geschichte eine Richtung oder Weiterentwicklung oder zumindest ein Thema hat, auch wenn es auf der Mikroebene immer wieder Rückschritte oder lokale Abweichungen gibt.
In der Spieltheorie gibt es Nullsummen-Spiele, bei denen eine Partei nur auf Kosten einer anderen Partei Gewinne machen kann, und es gibt Nicht-Nullsummenspiele, bei denen beide Parteien nur durch Kooperation Gewinne machen können (dann aber beide) oder halt beide gemeinsam verlieren.
Fertig gelesen: "The Circle"
“The Circle” ist eine hypothetische Google-Facebook-Twitter-Nachfolgefirma und der Star des Silicon Valley. Die Firma hat sich totale Transparenz und umfassende Datenerfassung auf die Fahnen geschrieben. Mae Holland fängt durch Beziehungen bei The Circle an und wird auf Grund konstruierter Verwicklungen dort durch die Abteilungen geschoben und über die Zeit zum Firmenmaskottchen.
Aber die Handlung ist irrelevant. Dave Eggers ist auf einer Mission, und bastelt daher einen hölzernen Lehr-Roman ohne relevante Handlung oder glaubhafte Personen. Die Handelnden (denn Personen sind es nicht) haben zum Teil Neurosen von Seinfeld-Ausmaßen ohne daß es wie bei Seinfeld Komik-Potential hat, und die Verwicklungen sind konstruiert.
Fertig gelesen: "The Rithmatist"
Sebastian Bergmann hat mir Brandon Sanderson im Allgemeinen und “The Rithmatist” im besonderen zum Froscon 2013 ans Herz gelegt, und ich habe ihn mir damals noch gleich auf den Kindle geklickt, aber es hat bis Weihnachten gedauert, um das Buch durchzulesen.
“The Rithmatist ”, Brandon Sanderson
Der Schtick von Brandon Sanderson ist die die Konstruktion von in sich geschlossenen, plausiblen Magielogiken und Weltenbau, und beides führt er hier meisterhaft aus. In diesem Universum sind die vereinigten Staaten ein Inselarchipel, das von den Europäern besiedelt und von den südamerikanischen Imperien verschmäht worden ist - die Europäer verstanden bald warum, nachdem sie von zweidimensionalen animierten Kreidemonsterbildern (sic!) angegriffen werden.
Fertig gelesen: "Finishing School" Series (Etiquette & Espionage, Curtsies and Conspiracies)
Fertig gelesen: “Finishing School” Series (Etiquette & Espionage, Curtsies and Conspiracies), Gail Carriger
“Mademoiselle Geraldine’s Finishing Academy for Young Ladies of Quality” ist nicht der Ort, zu dem Sophronia Temminnick gerne möchte, aber nach einem Vorfall mit dem Lastenfahrstuhl, dem Dessert und Frau Barnaclegoose hat ihre Mutter die Geduld mit ihr verloren.
Nachdem Sophronia dann jedoch lernt, daß besagte Academy aus einer Reihe von Blimps über dem Moor besteht, den Ladies of Quality in der Tat beigebracht wird, wie sie stylish jemanden finishen können findet sie ihr Schicksal gar nicht mehr so schlimm und lernt neben einem korrekten Augenaufschlag auch Giftmischen und Spionieren.
Fertig gelesen: "Zero Point"
In “The Departure ” treffen wir auf eine überbevölkerte, dystopische und hoffnungslose Erde, in der “Das Komitee” eine Überwachungsbürokratur und einen Sicherheitsstaat zur Verwaltung des allfälligen Mangels etabliert hat. Der Protagonist, Alan Saul, entwickelt sich zum Hybridwesen aus Mensch, Maschine und Wetware-Extensions und übernimmt die Raumstation “Argus”, um sie in einer langen Reise zum Mars zu bewegen. In seinem Übernahmekampf löst er auf der Erde eine Revolution gegen das Komitee aus.
Fertig gelesen: "The Departure"
Neal Asher kenne ich als Autor eher von seinen Geschichten aus dem “Polity”-Universum. Dort sind seine Helden bis an die Oberkante Unterlippe hochge-mary-sue’t und entsprechend muß er seine Welten mit Gegnern und feindseligen Biosphäre versorgen, die irgendwo zwischen “over the top” und “lächerlich” angesiedelt sind, damit seine Geschichten ihren Helden Gegner präsentieren können, die angemessen sind.
Insofern war “The Departure” ungewöhnlich, denn hier ist der Planet eine Erde, deren Ressourcen von ihren 18 Milliarden Bewohnern erschöpft sind und in der eine Bürokratur, das Komitee, jede Hoffnung auf Besserung und Weiterentwicklung erstickt. Ashers Dystopie ist dabei erschreckend realistisch, denn er transportiert Drohnentechnologie und Robotik, Überwachungsstaat und Sicherheitsideologie direkt weiter in das 22. Jahrhundert und baut eine Entwicklungslegende in diesen Staat, die nahtlos auf dem Jetzt aufbaut und deren Beginn bereits heute zu erkennen ist und daher um so logischer erscheint.
Fertig gelesen: Land of Desire
Ein Sachbuch über die Ursprünge der Konsumentenkultur in den USA, und dem Rest der Welt im Kontext der industriellen Revolution zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Gezeigt werden die technischen und sozialen Veränderungen und wie sie die Gesellschaft und ihre Werte verändert haben. Dabei verzichtet das Buch weitgehend auf Wertungen und beschränkt sich auf Darstellung der Zusammenhänge und Belege.
Eine faszinierende und extrem aufschlussreiche Lektüre. Wer sich für Geschichte, Gesellschaft und Politik interessiert sollte sich das durchlesen.
Fertig gelesen: The Cassandra Project
Was Watergate mit der neunten und zehnten Apollo Mission zu tun hat, und wieso das auch 50 Jahre später noch ein Problem ist, erklären McDevitt und Resnick hier, in einer Geschichte, die für McDevitt durchaus alle typischen Elemente enthält.
Die Wendung am Ende ist nicht ganz unerwartet, aber gut ausgeführt. Alles in allem ein langsames Pacing, McDevitt halt, aber fesselnd und unterhaltsam geschrieben, und man weil ja doch wissen, ob man mit seiner Vermutung richtig liegt…
Fertig gelesen: Die zerbrochene Puppe
Die zerbrochene Puppe kam hier quasi zeitgleich mit Aetherhertz von Anja Bagus rein und ist ebenfalls ein deutscher Streampunk-Roman, da hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Während ich Aetherhertz so heruntergelesen habe und gespannt auf einen zweiten Teil warte, habe ich mich durch die zerbrochene Puppe hindurch kämpfen müssen.
Dabei ist das Setting eigentlich spannend und hat eine Menge Potential: Vulkanausbrüche im Norden haben zur Wikingerzeit das Klima zum Kälteren beeinflußt und so ist die Welt der “Zerbrochenen Puppe” vom Eis geprägt und die technische Entwicklung hat einen anderen Weg genommen.
Fertig gelesen: Republic of Thieves
Ich habe nun endlich “Republic of Thieves” von Scott Lynch durchgelesen. Das Buch ist der dritte Band der Gentlemen Bastards Sequence, nach The Lies of Locke Lamora und Red Seas Under Red Skies.
Das Buch war anstrengend - es ist, als ob es von zwei verschiedenen Personen geschrieben worden wäre. Teile lesen sich schnell, spannend und überraschend, und andere Teile sind vorhersagbar, langwierig und könnten leicht gekürzt werden. Immer, wenn man es gerade weglegen und aufgeben will, kommt man jedoch an Stellen, wo es endlich zur Sache geht und das Buch fesselnd und spannend wird.