Die wunderbare Welt von Isotopp

Regeln vs. Genrekonventionen

- July 6, 2005
Bei den Rollenspielern gibt es einige Versuche, eine Taxonomie aufzustellen. Letztendlich dient es dazu, die Frage zu klären: “Warum spielst Du?” oder “Was erwartest Du von einem gelungenen Abend.” Eine der ältesten Unterscheidungen ist das 3-fold Model , das sich hauptsächlich damit beschäftigt, auf welche Ebene im Spiel der Spieler Konflikte lösen möchte: Will er gegen die Geschichte antreten, besser als die Mitspieler sein, oder gegen die Spielwelt und ihre innere Logik antreten.

Softwarepatente? Abgelehnt!

- July 6, 2005
Die Abstimmung zu Software-Patenten im EU-Parlament hat stattgefunden und das Parlament lehnt die umstrittene Richtlinie ab. Golem berichtet in Softwarepatente? Abgelehnt! : Europäisches Parlament lehnt umstrittene Richtlinie ab Wie sich gestern bereits abzeichnete, hat das Europäische Parlament am heutigen Mittwoch die Softwarepatent-Richtlinie mit einer Mehrheit von 648 Stimmen abgelehnt und damit das Gesetzgebungsverfahren beendet. Zwar wurde nach außen hin fast einhellig gefordert, Softwarepatente nach dem US-Vorbild in Europa zu verhindern, in der Frage, wie weit diese Ablehnung gehen sollte, gab es jedoch große Differenzen, die zu einer regelrechten Lobbyschlacht führten.

Vorratsdatenspeicherung

- June 27, 2005
Innenminister wollen einjährige Speicherung von Verbindungsdaten berichtet Heise: Die Innenministerkonferenz hat sich auf ihrer unter dem Motto “Mit Sicherheit was los” stehenden Tagung am gestrigen Freitag in Stuttgart für eine mindestens zwölfmonatige Aufbewahrung von Telefon- und Internetdaten durch die Telekommunikationsanbieter ausgesprochen. Die tief in die Grundrechte einschneidende Maßnahme halten die Sicherheitsexperten insbesondere im Cyberspace für nötig….Es gehe auch nicht darum, jede Verbindung permanent zu überwachen. Vielmehr sollten die Strafverfolger im Einzelfall bei konkretem Verdacht einer schweren Straftat auf die gespeicherten Daten zugreifen zu können.

Wieviel Load darf es denn sein?

- June 24, 2005
In Wann ist die Serverload zu hoch? fragt Reimer: Die Frage, ob ein Serverload von n zu hoch sei, höre ich häufig. Die Antworten sind jedoch ebenso unterschiedlich. So wird häufig die Zahl 1,00 als normaler Wert gehandelt, aber genau so fallen Zahlen wie 5,00 und 8,00 etc. In Linux und Unix gibt es einige Zahlen, mit denen man die CPU-Auslastung des Systems ausdrücken kann. Da ist erst einmal die momentane CPU-Auslastung in Prozent, wie sie von top und anderen Tools angezeigt wird:

Webanwendungen und der FHS

- June 13, 2005
Auf der S9Y Mailingliste fragte ein zukünftiger Paketmaintainer nach, ob er Serendipity für seine Distribution packen solle und wir ihn dabei unterstützten wollen. Abgesehen von allgemeinen Überlegungen die dagegen sprechen, gibt es noch andere Gründe, die das nicht wünschenswert machen. In den Bereich der allgemeinen Überlegungen fallen zum Beispiel die Releasezyklen von Distributionen: Sie sind in der Regel sehr viel länger als die von Webanwendungen wie Serendipity. Insbesondere sehr langwellige Distributionen wie Debian verteilen mit ihren Paketen Versionen der Software, die die Entwickler von S9Y nicht mehr unterstützen können und wollen.

Anonymität und Schizophrenie

- June 8, 2005
Nils Ketelsen verweist auf den Artikel Send Us Your Anonymous Tips! auf Anonequity: When I advocate for anonymous communication in the United States, I always hear the same two objections: you can’t trust an anonymous source; and anonymity promotes crime. And yet if you search for the phrase “send anonymous tips” on the Web, it is found most commonly on the Websites for US police departments. So law enforcement is using untrustworthy, possibly criminal sources to - stop crime.

Zehn Jahre PHP

- June 7, 2005
Wie anderswo angemerkt, ist morgen der 8. Juni 2005, und damit der 10. Geburtstag von PHP. Was als kleines Tools zur Erstellung der Bewerbung von Rasmus Lerdorf angefangen hat, ist jetzt ein ausgewachsenes Tool zur Erstellung und Handhabung von Webanwendungen. PHP glänzt vor allen Dingen durch seine Integrationsfertigkeiten: es ist die Borg, die Glue Language des Web, die alle anderen Bibliotheken und Kommunikationswege assimiliert und zur Erreichung der eigenen Perfektion integriert.

Selber Zwiebeln - Anonymität selbst gemacht

- June 5, 2005
Projekt 300 ist der Versuch, die 300 GB Quota pro Monat, die mit dem kleinsten Strato Rootserver mitkommen, auszunutzen. Weil dies zu leicht ist, sind die Nebenbedingungen “legal” und “sinnvoll”. Mit http und Mail komme ich bei der Maschine so auf 15-20 GB pro Monat. Also habe ich einen Binary-freien Newsserver in Betrieb genommen und habe derzeit NNTP-Verbindungen zu ca. 50 weiteren Maschinen. Auf diese Weise komme ich auf Platz 170 der Weltrangliste der News-Server und ca.

Die Welt ist meine... Zwiebel?

- June 2, 2005
IP-Nummern werden überbewertet das wußten wir schon. Nach einigen theoretischen Anmerkungen zum Thema Anonymität geht es jetzt in die Praxis, denn Anonymität kann man auch selber herstellen. Die Grundlage dafür ist Onion Routing : Netzknoten bauen untereinander Verbindungen auf und senden einander immer gleich große, verschlüsselte Pakete zu. Dadurch entsteht eine Wolke von Rechnern, die untereinander ununterscheidbare Pakete zufällig austauschen. Nutzer bauen Verbindungen zu einem Netzknoten auf und senden so Daten in die Wolke.

Über Anonymität reden

- May 24, 2005
Anonymity, Unobservability, Pseudonymity and Identity Management - A Proposal for Terminology pflegt Marit Hansen mit Andreas Pfitzmann und anderen eine Liste von Begriffen, Definitionen und Konzepten, die mit dem Komplex “Anonyme Kommunikation” zu tun haben. Das Papier soll Terminologie in diesem Bereich vereinheitlichen und so die Diskussion vereinfachen. Das Papier definiert “Anonymität” als “Ununterscheidbar in einer Grundmenge von Akteuren oder Adressaten einer Nachricht”. Dadurch wird Anonymität meßbar, indem man den Verdünnungsfaktor, also die Größe dieser Grundmenge angibt.

Identifizierung durch IP

- May 23, 2005
In Das Rätsel um die 193.17.243.1 schreibt Thomas Klink: Im Zuge des Wahlkampfs in Nordrhein-Westphalen (NRW), wo [ … ] ein neuer Landtag bestimmt wird, wird auch im Internet mit harten Bandagen gekämpft. Auf den Seiten des Internet-Lexikons Wikipedia sind in den vergangenen Tagen die Einträge zu den Spitzenkandidaten Peer Steinbrück (SPD) und Jürgen Rüttgers verändert worden. Die Manipulationen wurden aus einem Büro des Deutschen Bundestags heraus vorgenommen. Darauf weist die IP-Nummer, mit der Computer im Internet identifiziert werden, hin.

Internetpiraten in der Netzwerk-Ökonomie

- May 23, 2005
Nachdem Internetpiraten in der Netzwerk-Ökonomie seit mehr als zwei Monaten bei mir auf Wiedervorlage liegt, weil ich noch was längeres dazu schreiben wollte, aber partout nicht dazu komme, blogge ich das einfach mal so weg. Man kann nämlich auch rechnerisch zeigen, daß das mit dem Kopieren alles viel komplizierter ist, als gewisse Interessenverbände uns weismachen wollen. Netzwerk-Ökonomen zeigen mit ihren Modellen, wie digitale Werke durch einen höheren Bekanntheitsgrad an Gebrauchswert gewinnen - auch wenn dies eine Folge von illegaler Verbreitung ist.

Danach...

- May 14, 2005
Nur noch schlafen, bitte. Geht alles wieder? Ja, auch wenn da noch so viel Rot ist. Restcrew.

Invasion des guten Geschmacks

- May 13, 2005
Ciao, Tosi . Wir haben ihn gehen lassen, damit er sein Hobby “Navigationssysteme bauen” zum Beruf machen kann. Damit Ihr Euch nicht zu sehr verfahrt, haben wir gleich für eine passende Ausstattung gesorgt (Der Schönling, der sich da links ins Bild drängt ist Cruisi ). Informatikerhaushalt, Erstausstattung Besonderer Dank muß hier an Jochen gehen, der konspirativ den Bedarf ermittelt hat und uns so in die Lage versetzt hat, die schlimmsten Lücken zu schließen.

Materialsammlung "Mittlerfreie Kommunikation"

- May 10, 2005
Das Thema “Mittlerfreie Kommunikation” ist ein Komplex von Gedanken, mit dem ich mich im Laufe der Jahre immer wieder auseinandergesetzt habe und das mir in einer ganzen Reihe von Diskussionen immer wieder begegnet ist. Weil dabei jedesmal dieselben URLs raussuchen muß, habe ich sie mir hier einmal als Zusammenfassung weggebloggt. Ausgangspunkt war eine Diskussion im Usenet in 1997 , wo jemand behauptete, daß sich das Medium Buch in den letzten paar tausend Jahren nicht geändert habe.

Abschied aus dem USENET

- February 15, 2005
Das älteste Posting, das Google Groups von mir hat, ist von Mitte 1989 . Ich schrieb damals als kris@tpki.UUCP aka ...!mcshh!tpki!kris. Für die mit der Gnade der späten Geburt gesegneten: Damals hatten wir noch kein automatisches Routing und auch keine direkten Verbindungen wie im Internet. Mail wurde über Modem-Links von System zu System weitergegeben. Da wir kein automatisches Routing hatten, musste man mit dem sogenannten Bang-Path (wegen der Ausrufezeichen, Bang!) die Systeme angeben, über die die Nachricht transportiert wurde.

Qt4 wird vollständig GPL

- February 7, 2005
Trolltech teilt mit, daß Qt4 für Windows jetzt auch unter der GPL lizensiert wird. Der Qt3 Sourcecode für Unix-Betriebssysteme stand schon immer sowohl unter der GPL als auch wahlweise unter einer Bezahllizenz zur Verfügung, während für die Windows-Variante des Sourcetrees nur die Bezahllizenz verfügbar war. Mit Qt4 ändert Trolltech diese Strategie: Qt4 wird plattformübergreifend wahlweise unter der GPL oder einer Bezahllizenz verfügbar sein. Windows ist nach Aussage von Trolltech ganz knapp die populärste Plattform for Qt.

Von der GPL

- February 7, 2005
Trolltech hat seine Qt Bibliothek ab der Version 4 komplett unter GPL gestellt. Das bedeutet, daß nicht nur die Unix-Version der Bibliothek unter der GPL verfügbar ist, sondern auch die Windows-Version. Grund genug einmal nachzulesen, was denn in der GPL drinsteht, und wieso das so ist. Die Originalquelle zum Thema ist natürlich die Licenses -Seite der GNU Website (Deutsche Version der GPL ). Dort findet man nicht nur den Text der Lizenz , sondern auch eine sehr lange GPL FAQ , die keine Frage mehr offen lassen sollte.

Der Lauf der Dinge

- January 25, 2005
Im Spielzeugmuseum wurde neben vielen anderen Dingen auch einer der eigenartigsten Filme gezeigt, den ich je gesehen habe. Es war Der Lauf der Dinge , eine unwahrscheinliche und präzise arrangierte Kettenreaktion von Sperrmüll in einer Fabrikhalle. Die ganze “Was passiert dann”-Maschine läuft mehr als 30 Minuten, und ist aufgebaut mehr als 30 Meter lang. Leider ist das Video sehr alt (1987) und wurde ohne Budget mit Consumer-Equipment gedreht, sodass der Film an einigen Stellen mit Schärfe und Weißabgleich kämpft, aber dennoch ist das ganze Konzept so genial, daß man sich diese 30 Minuten einfach gönnen muss.