Als ich noch ein ganz kleiner Kris war, habe ich die Schülerbüchereien von mehreren Schulen durchgelesen und mich dann über die Gemeindebücherei hergemacht. Es ist jetzt mehr als 40 Jahre her, daß ich da im Schülerteam mitgearbeitet habe, aber die Chefin, die damals gerade angefangen hatte und die auch das Schülerteam begründet hat, ist immer noch da und macht ihren Job. Das ist unglaublich großartig.

Groß geworden bin ich unter anderem mit den Büchern von Rolf Ulrici, Raumschiff Monitor und Erdschiff Giganto.

Steinalte deutsche Klischee-Scifi, eigentlich mehr eine Kinder-Abenteuerserie mit Weltraum-Hintergrund.

Ich habe aus Gründen vor einigen Wochen versucht, die Bücher (Monitor, Giganto und weil ich gerade dabei war, Oliver Hassencamps “Burg Schreckenstein”) als eBook zu finden, aber kaum etwas davon ist auf Kindle oder anderen eBook-Shops zu finden. Aber das macht nichts, es gibt… andere Quellen und man kann sich dann damit behelfen.

Wie dem auch sei, beim nochmaligen Durchlesen mit vier Dekaden Abstand ist die Wirkung eine andere, und es wird auch deutlich, wie sehr sich die Welt und unsere Sicht auf die Gegenwart und Zukunft verändert hat in all dieser Zeit. Damit meine ich vordergründige Aufhänger wie die eigenartig veraltet-moderne Technik und das heute mehr als seltsam wirkende Frauenbild, daß sich durch alle Bücher aus dieser Zeit zu ziehen scheint.

Doch während man darüber hinweg sehen könnte, geht es auch tiefer: Pacing und Erzählstruktur sind eigenartig anders als man das heute gewohnt wäre, es passiert pro Band nicht viel und die Figuren erleben die Handlung mehr als daß sie sie bestimmen. Ich habe die Monitor-Serie an einem Wochenende schnell durchgelesen und mir “Giganto” und auch den Hassencamp dann geschenkt. Es hätte schlimmer sein können: Hat jemand von Euch einmal versucht, die Captain Future Anime-Serie anzusehen und wenn ja, wie lange habt Ihr durchgehalten?

Wie dem auch sei: Es war bei aller Kritik eine schöne Erinnerung und ich habe meine alte Gemeindebücherei wiedergefunden.