Nach dem Tode seiner Frau ist Neal Asher durch eine ziemlich fiese Depression gelaufen und war naturgemäß wenig produktiv. Nun, wie sag ichs, es geht ihm besser und er schreibt wieder.

Dark Intelligence

Chronologisch, thematisch und zum Teil auch räumlich spielt “Dark Intelligence” nach The Technician, denn es geht um Penny Royal.

Die Polity ist auf eine Weise ein Gegenentwurf zu Ian Banks “The Culture”, denn auch in der Polity hat die Singularität quasi stattgefunden und die Menschen wurden von ihren AIs und deren Technologie weit überflügelt und nicht zurückgelassen. Sie werden stattdessen auf eine Weise in die sich entwickelnde neue und entschieden nichtmenschliche (oder scheinmenschliche) Kultur integriert. Doch anders als in der Bank’schen Culture gibt es in der Polity durchaus noch nicht-selbstgewählte Probleme und übermächtige Gegner (und Ashers Schreibe leidet ein wenig an seinem gelegentlichen Hang zu Torture Porn).

“Dark Intelligence” greift die Erzählung auf Masada nach dem Ende der Theokratie auf, und berichtet uns von einer Reihe von Figuren, die mit der failed AI Penny Royal (Penny Royal ist eine Abtreibungspflanze: Die AI Penny Royal ist sich ihrer Fehler wohl bewußt) Kontakt hatten und wie sich deren Leben dadurch und durch die von Penny Royal bewirkten Änderungen verändert.

Dabei stellt sich heraus, daß Penny Royal durchaus auf dem Weg zu einer Art Heilung ist, und auf eine verdrehte und berechnende Art und Weise Gerechtigkeit und Ausgleich schaffen will - ein Thema, daß wir auch schon in den Geschichten um den Brass Man bei Asher beobachten konnten.

Das Pacing ist langsam, aber die Geschichte ist wunderbar konstruiert und am Ende fallen alle Steine auf eine befriedigende Weise an ihren Platz. Eine der besseren Asher-Stories.

Dark Intelligence”, Neal Asher, EUR 6.59