Ok, ein Aspie-Kandidat hat Snow Crash gelesen und ist von den Erwähnungen sumerischer Kultur und Alt-Enochisch als Sprache fasziniert und tut das, was ein Aspie in so einer Situation als normal empfindet: Er lernt alles über das Thema, verdaut es und erzeugt dann einen Braindump. Der ist durchaus lesbar.

Broken Tablet

Broken Tablet ist also die sumerische Version von Outlander: Ein irakischer Silicon Valley Milliardär hat genug von der Technik und kehrt in seine Heimat zurück (Hey, Steve Jobs hat syrische Wurzeln!), um dort mit einem entlegenen Zweig seiner Familie Kontakt aufzunehmen. Das hat er kaum getan, als er in einen “Der letzte Countdown”-artigen Zeitsturm gerät und im Zweistromland wieder auftaucht.

Dort stellt er fest, daß die Sprach- und Ideenbasierte Magie des Sumerischen durchaus funktioniert, und daß es ziemlich schwierig ist, moderne Technik und moderne Ideen im Altertum und dem Ideen-Referenz-Framework des Altertums zu kommunizieren, wenn die Sprache dem Denken recht enge Grenzen setzt.

Eine Geschichte um Technik und Magie, um Sprache, Ideen und Kommunikation, teilweise ein wenig konstruiert, teilweise ein wenig klischeebehaftet, aber über alles durchaus spannend und ohne zu große Längen. Ein Erstlingswerk, dem man seine Schwächen anmerkt, das aber durchaus funktioniert.

Broken Tablet”, Micah Joel, EUR 2.99 Kindle unlimited verfügbar