Die Kombination von Terry Pratchett und Stephen Baxter ist ja nun ein wenig extrem - ein Erzähler von Fabeln mit Fantasy-Anstrich, dem es primär um Charactere geht und ein Autor von Hard-Scifi mit einem Religionskomplex, der mit Characteren immer so seine Probleme hat. Außer, daß die beiden Briten sind, verbindet die wahrscheinlich sehr wenig, sollte man meinen.

Aber wenn sie auf einem Con die Köpfe zusammenstecken und ein Szenario ausbrüten, dann kommt so was wie “The Long Earth” dabei raus.

Stellt sich nämlich heraus, wir haben nicht nur eine Reserve-Erde im Kofferraum, sondern einige Millionen davon. Und mit einem simplen Device (das unbedingt eine Kartoffel enthalten muß) kann man von einer Erde auf die nächste Steppen - die liegen nämlich wie Karten in einem Kartenstapel nebeneinander und man kann sich nach “Ost” und “West” in die nächste Erde weiter blättern - Erden, die sich von unserer Erde in Details unterscheiden. Details, die sich aufsummieren und je weiter man sich von unserer Erde entfernt, um so fremder wird alles. Ein Detail, das unsere Erde - Datum-Earth - von allen anderen Erden unterscheidet, ist der Mensch.

Während steppen am Anfang zu Verwirrung führt, weil Leute es mehr so aus versehen tun, führt im Nachgang des Buches zu Expansion, zu Erstkontakt, zu wirtschaftlichen Verwerfungen und am Ende zu Krieg. Aber da sind wir dann auch schon in Band 2.

Das Buch liest sich wie ein Buch aus einer faszinierenden Alternativ-Erde, in der Terry Pratchett sich entschieden hat, weiter Scifi zu schreiben anstatt Fabeln mit Fantasyanstrich zu produzieren.

The Long Earth”, Pratchett, Baxter, EUR 6.99