Wenn Peter F. Hamilton versucht, alle Modewellen von 1993 gleichzeitig zu reiten, dann schreibt er einen YA Roman, der in der grimmen Zukunft eines durch Klimawandel und Sozialismus zugrunde gerichteten Post-Peak-Oil England spielt und versucht, Cyberpunk zu sein. Wenn man dabei Worte wie “Cybofax” liest, dann ist das niedlich, aber Smartphones waren 1993 noch nicht erfunden, und Hamilton hat sie korrekt vorhergesehen, wenn er auch den Namen nicht wissen konnte, den wir diesen Dingen geben werden würden. 

Anyway, das mit dem Cyberpunk hat nicht so richtig geklappt - zwar ist England durch Klimawandel überschwemmt und subtropisch transformiert und die Zuwanderung von Klimaflüchtlingen hat zu einer Dekade sozialistischer Schreckensherrschaft geführt, aber Hamilton ist viel zu optimistisch und gleichzeitig harmlos-naiv als daß er korrektes Cyberpunk hin bekäme.

Und so ist in seiner Welt Event Horizon, die Firma von Mary Sue, äh, Julia Evans, dabei, die postapokalyptische Welt zu transformieren und in eine bessere Zukunft zu führen. Dabei kommt es zu Verwicklungen, und in denen steht ihr Greg Mandel als Runner zur Verfügung.

Mandel ist ein militärisches Mutationsexperiment und hat eine Psidrüse, die ihn zu einem Empathen macht. Nachdem er den Militärdienst beendet hat, eröffnet er also eine Privatdetektei und durch ein paar unwahrscheinliche Verkettungen bekommt er einen Auftrag von Event Horizon, den er natürlich so überlegen löst, daß er auch in den Folgebänden wieder engagiert wird.

Die Bücher sind die Erstlingswerke von Hamilton und das merkt man - sie sind definitiv anders als aktueller Hamilton.

Mit 22 Jahren Abstand lesen sie sich niedlich und auf eine distanzierte Weise unterhaltsam, aber man ist laufend dabei, über die Sprache zu stolpern (siehe Cybofax oben) und die Zukunft der Geschichte mit den Entwicklungen der Gegenwart zu vergleichen.

Peter F. Hamilton:

Mindstar Rising” (1993), EUR 6.99

A Quantum Murder” (1994), EUR 6.93

The Nano Flower” (1995), EUR 6.99