“The Circle” ist eine hypothetische Google-Facebook-Twitter-Nachfolgefirma und der Star des Silicon Valley. Die Firma hat sich totale Transparenz und umfassende Datenerfassung auf die Fahnen geschrieben. Mae Holland fängt durch Beziehungen bei The Circle an und wird auf Grund konstruierter Verwicklungen dort durch die Abteilungen geschoben und über die Zeit zum Firmenmaskottchen.

Aber die Handlung ist irrelevant. Dave Eggers ist auf einer Mission, und bastelt daher einen hölzernen Lehr-Roman ohne relevante Handlung oder glaubhafte Personen. Die Handelnden (denn Personen sind es nicht) haben zum Teil Neurosen von Seinfeld-Ausmaßen ohne daß es wie bei Seinfeld Komik-Potential hat, und die Verwicklungen sind konstruiert.

In einer Szene bekommt Mae zum Beispiel Probleme, weil sie eine Einladung über ein Social Network zu einem Event, für das sie sich nicht angemeldet hat und für das ihr interesse nur inferiert war, nicht beachtet hat und sie weder angenommen noch abgelehnt hat. Jeder, der nur 20 Sekunden lang online gewesen ist, wird solchen Social Spam genau so behandeln, und niemand macht deswegen irgendein Problem, weil es das ist, was man macht. Von diesen konstruierten Problemen stapelt Eggers eines auf das nächste, und langweilt die Geschichte vor sich bin, bis man das Buch irgendwann verärgert schließt und vom Gerät wirft.

Es gibt tausend Dinge, die man zu diesem Thema hätte sagen können oder müssen, aber Eggers bearbeitet keines von diesen. Es gibt tausend Weisen, auf die man die Message von Eggers hätte transportieren können, die weniger langweilig und hölzern gewesen wäre, aber Eggers verschmäht sie alle.

So eine Verschwendung von Zeit und Speicherplatz habe ich lange nicht auf dem Device gehabt.

The Circle”, Dave Eggers, EUR 9.99, zu viele Seiten