Wright vertritt die These, daß Makro-Geschichte eine Richtung oder Weiterentwicklung oder zumindest ein Thema hat, auch wenn es auf der Mikroebene immer wieder Rückschritte oder lokale Abweichungen gibt. 

In der Spieltheorie gibt es Nullsummen-Spiele, bei denen eine Partei nur auf Kosten einer anderen Partei Gewinne machen kann, und es gibt Nicht-Nullsummenspiele, bei denen beide Parteien nur durch Kooperation Gewinne machen können (dann aber beide) oder halt beide gemeinsam verlieren.

Wright interpretiert die Geschichte jetzt als eine Folge von immer mehr und immer größeren Nicht-Nullsummenspielen, also als eine Abfolge von mehr und besserer Kooperation durch verbesserte Kommunikation und Integration, Aufbau von Abhängigkeiten und Arbeitsteilung, Spezialisierung.

Die lokalen Abweichungen und Rückschritte sind für ihn Nullsummenspiele innerhalb der größeren Nicht-Nullsummenspiele, bei denen es Streit um die Verteilung der erwirtschafteten Kooperationsgewinne gibt. Kommt es dabei zu zu unfairen oder einseitigen Spielausgängen, ist die resultierende Situation in der Regel so instabil, daß es zu Konflikten kommt, die oft das größere Kooperationsspiel zum Stillstand bringen…

Seine Argumentation ist mir plausibel und eine viel größere und umfassendere Version von Dingen, die denen ich nur in kleinerem Maßstab begegnet bin (Wieso wir uns veröffentlichen). Sie resoniert auch mit bestimmten Argumentationslinien der #Spackeria - etwa, wenn diese sagt, daß Big Data nun einmal da ist und auch nicht wieder weg gehen wird, sondern nur immer billiger zu machen sein wird, und die Antwort daher nicht Datenschutz sein kann, sondern nur Offenlegung und Regulierung der Gewinne aus der Verdatung aller Aktivitäten. Wright hat eine Menge Beispiele, wie dies kein neuer Konflikt ist, sondern in der Vergangenheit regelmäßig gelöst worden ist.

Nonzero - The Logic of Human Destiny”, Robert Wright, EUR 9.02