Neal Asher kenne ich als Autor eher von seinen Geschichten aus dem “Polity”-Universum. Dort sind seine Helden bis an die Oberkante Unterlippe hochge-mary-sue’t und entsprechend muß er seine Welten mit Gegnern und feindseligen Biosphäre versorgen, die irgendwo zwischen “over the top” und “lächerlich” angesiedelt sind, damit seine Geschichten ihren Helden Gegner präsentieren können, die angemessen sind.

The Departure

Insofern war “The Departure” ungewöhnlich, denn hier ist der Planet eine Erde, deren Ressourcen von ihren 18 Milliarden Bewohnern erschöpft sind und in der eine Bürokratur, das Komitee, jede Hoffnung auf Besserung und Weiterentwicklung erstickt. Ashers Dystopie ist dabei erschreckend realistisch, denn er transportiert Drohnentechnologie und Robotik, Überwachungsstaat und Sicherheitsideologie direkt weiter in das 22. Jahrhundert und baut eine Entwicklungslegende in diesen Staat, die nahtlos auf dem Jetzt aufbaut und deren Beginn bereits heute zu erkennen ist und daher um so logischer erscheint.

Man täusche sich nicht - Ashers Held ist eine typische Asher-Figur: Adam Saul ist überintelligent und zugleich motorisch überentwickelt und zudem noch experimentell augmentiert. Seine Geschichte beginnt in einer Bourne-Identity Situation, in der Saul in einer Transportkiste ohne Gedächnis aufwacht und sich lediglich an eine andauernde Folter durch eine Gestalt erinnert, die nicht nur wie ein Agent Smith aus der Matrix aussieht, sondern auch so heißt.

Der Rest der Geschichte ist dann ein Asher-typischer Rachesplatter, Bio-Hazmat-Kleidung ist angesagt.

Neal Asher, “The Departure”, EUR 6.27