Ich habe nun endlich “Republic of Thieves” von Scott Lynch durchgelesen. Das Buch ist der dritte Band der Gentlemen Bastards Sequence, nach The Lies of Locke Lamora und Red Seas Under Red Skies.

Republic of Thieves

Das Buch war anstrengend - es ist, als ob es von zwei verschiedenen Personen geschrieben worden wäre. Teile lesen sich schnell, spannend und überraschend, und andere Teile sind vorhersagbar, langwierig und könnten leicht gekürzt werden. Immer, wenn man es gerade weglegen und aufgeben will, kommt man jedoch an Stellen, wo es endlich zur Sache geht und das Buch fesselnd und spannend wird.

Das erste Fünftel des Buches vergeht mit dem Setup - nach dem Ende von Band 2 ist Locke ja tödlich und unheilbar vergiftet und die ersten 20% des dritten Bandes vergehen damit, daß er herumleidet und Jean mehr oder weniger vergeblich versucht, ihn zu retten bis die Handlung des dritten Bandes auftaucht und den beiden Dieben mal wieder die Agency aus der Hand nimmt.

Der Rest des Buches ist nach dem bewährten Stil des ersten Bandes gestrickt - es läuft ein Handlungsstrang aus der Vergangenheit von Locke verwoben mit einem Handlungsstrang aus der Gegenwart, und einer Hintergrundhandlung (“Was die beiden Diebe nicht wissen, aber was wirklich passiert.”)

Dabei ist die Handlung der Gegenwart der Teil, der halbwegs spannend und flott ist, während die Rückblende vorhersehbar und zähflüssig ist und die Charactere dem Fantasy-Schablonenbuch “Charactere an einem Theater der Shakespeare-Zeit” entnommen sind. Von dort stammt auch die Handlung “Lustige Verwechslungsspiele mit einer unerwarteten Leiche”.

Alles in allem läßt mich das Buch ein wenig unzufrieden zurück, aber es ist auch nicht wirklich ein schlechtes Buch.

The Republic of Thieves, EUR 9.99