Im August dieses Jahres titelte Golem Die aktivsten Wikipedia-Autoren bleiben unter sich. Dort hieß es:

Die Zahl der aktiven Autoren, die an der freien Enzyklopädie Wikipedia mitarbeiten, wächst nicht mehr so stark. Und diejenigen, die mehr als 1.000 Änderungen pro Monat in der Web-2.0-Plattform machen, haben immer öfter das letzte Wort: In der Zeit von 2005 bis 2008 stieg die Zahl ihrer monatlichen “Edits” von 1.740 auf 2.095.

Bei der deutschen Wikipedia sieht man das nicht als Problem: “Die von Ihnen zitierten Zahlen sind Auszüge aus einer bislang noch nicht veröffentlichten Forschungsarbeit und beziehen sich auf die englischsprachige Wikipedia.” sagte Pavel Richter von Wikimedia Deutschland damals.

Offenbar wird die Situation aber dennoch von anderen als problematisch empfunden. Fefe thematisiert das etwas direkter in einem Artikel über die Löschung des Eintrages ‘Mogis’:

Das ist ja leider bei Open Source Projekten häufig so, dass sich eine Art Regime bildet, die sich dann hauptsächlich selbst im Wege stehen und Fortschritt verhindern. Bei gcc hat man das erfolgreich über einen fork beendet. Der hießt damals “egcs”, könnt ihr ja mal googeln.

Er greift das Thema zwei Tage später noch einmal auf und nennt weitere Beispiele - Wikipedia ist außerdem kein gedrucktes Werk und eine Größenbeschränkung gibt es nicht. (Fortsetzung in 1 2 3 4 5).

Zwischendurch war vorübergehend sogar der Benutzer Mogis gelöscht. Die Diskussionsseite Benutzer:Mogis ist ebenfalls spannend zu lesen.

Ich glaube wie Fefe, daß Wikipedia sich mit dem derzeitigen Löschregime keine großen Freunde macht - weder was die Motivation zur Mitarbeit noch die finanzielle Situation angeht. Insbesondere glaube ich, daß die deutsche Wikipedia sich zu ernst nimmt und mit dem Löschen nach Relevanzkriterien, wie immer die das im Detail definieren, zu schnell bei der Hand ist.

Auch ist an der unterschwelligen Aggressivität an vielen Stellen erkennbar, daß sich bei kontroversen Themen der NPOV nicht sehr bewährt. Ein Stil wie in der drsrm FAQ oder in E2 scheint mir da effektiver zu sein, um sinnvollen Output zu produzieren. Aber wenn man die Enzyklopädia Galactica statt des Anhalters sein möchte, dann mag man diesen Ansatz sicher nicht in Betracht ziehen.

Andererseits macht mir das Mitmachentscheidungen einfacher denn je .

Update: Ein sehr lesenswerter Artikel betreffend Includisten und Excludisten findet sich bei Pavel Mayer.

Update: Ohne Relevantkriterien keine Wikipedia erklärt warum es überhaupt Relevanzkriterien bei der Wikipedia gibt (Minka ist ein Beispiel)

Update: Thomas Nesges antwortet auf den Relevanzkriterien-Artikel.

Update: Zum fehlenden externen Selektionsmechanismus der Wikipedia

Update: Till Westermayer hat einen schönen Bericht von der Innenseite der Wikipedia, insbesondere den Vergleich zwischen deutscher und englischer.