Angriff im Morgengrauen oder ein paar Gedanken zu Onlinewahlen

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August 19, 2009
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In Das Internet wird wahlentscheidend? berichtet Netzpolitik.org über eine Umfrage, die der Branchenverband Bitkom sich hat maßschneidern lassen. Neben einer Reihe von anderen seltsamen Fakten heißt es dort:

Die Ergebnisse der BITKOM-Studie zeigen darüber hinaus eine hohe Akzeptanz von Online-Wahlen. Fast die Hälfte der Bundesbürger (47 Prozent) würde ihre Stimme bei Wahlen elektronisch über das Internet abgeben. Unter den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 57 Prozent. Bisher sind Internetwahlen nach dem deutschen Wahlrecht nicht erlaubt.

Wieso eigentlich nicht?

Da ist einmal das Urteil des Verfassungsgerichtes:

Das Gericht gab den Klägern in wesentlichen Punkten recht und bestätigte, dass die bisher eingesetzten Geräte mangelhaft seien. Der Wähler müsse die wesentlichen Schritte der Wahlhandlung und der Ergebnisermittlung zuverlässig und ohne besondere Sachkenntnis überprüfen können, sagte der Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle. Dazu gehöre, dass er sehe, ob seine Stimme richtig erfasst wurde.

Und da ist andererseits eine Anforderung an das Wahlgeheimnis, die von vielen unterschätzt wird. Dabei ist sie leicht zu erklären.

Wie lange muß ein militärischer Code eine militärische Nachricht wie “Angriff im Morgengrauen!” geheim halten können?

Genau.

Bis die Sonne aufgegangen ist, d.h. so lange wie die Decodierung der militärischen Nachricht durch einen Feind dem Feind noch einen Erkenntnisgewinn verschaffen könnte. Das ist für die weitaus größte Zahl der Nachrichten nicht sehr lange.

Andererseits stelle man sich einmal folgendes Szenario vor: 1933 hätte es so etwas wie ein Steampunk-Internet gegeben und Leute hätten bei der Wahl dort von daheim über dieses Netz abstimmen können. Jemand hat die verschlüsselten Nachrichten mitgeschnitten und könnte nun, falls er sie decodieren kann, beweisen, wer dort wann wie abgestimmt hat.

Wie lange muß der damals verwendete Schlüssel die Nachrichten geheimhalten können?

Genau.

Und darum will man keine Abstimmungen über das Internet und auch keine Wahlcomputer.

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