Fertig gelesen: Greg’s Bazillenprosa

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August 3, 2006
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Okay, weil es so schön war, hier gleich noch mehr Bazillenprosa von Greg Bear, denn das Thema hat es ihm schon seit langer Zeit angetan. In Blutmusik erschafft ein verrückter Wissenschaftler einen bazillenbasierten Hivemind/Supercomputer, der nicht nur alle Zellen auf diesem Planeten in seine tumorhafte Superstruktur integriert, sondern dabei die derzeit auf dieser Wetware laufenden Programme assimiliert, illegal kopiert und in einer Reihe von Was-Wäre-Wenn Matrix-Szenarien laufen läßt. Las sich damals, weit vor Matrix und Bear’s Selbstkopie recht flott und amüsant. Da hat er sich aber auch mehr um die Handlung gekümmert als um den wissenschaftlichen Unterbau.

Bloodmusic

Ebenso wie Vitals und Blutmusik spielt “Darwin’s Radio” im Reich der Bazillen und Retroviren. Dieses Mal werden also durch umwelt- und lebensstilbedingte Einflüsse Streßhormone ausgeschüttet, die in der DNS von Menschen enthaltene Fragmente von Retroviren aktivieren, die wiederum die Menschen lustig mutieren lassen. Es entsteht eine neue, buntere, weniger aggressivere, besser kommunizieren könnende Unterart des Menschen, die einmal den Homo sapiens sapiens ablösen wird. Bis dahin kommt es aber zu Umsturz, Regierungskrise, Familiendrama und so weiter.

Darwin’s Radio

Zwölf bis achtzehn Jahre später geht den Regierungen der Welt - insbesondere der sehr realistisch dargestellten US-Regierung immer noch der Arsch auf Grundeis, wenn sie mit dem Homo Novis zu tun haben, und so transponiert Greg Bear die Bush-Regierung, Guantanamo, Halliburton, New Orleans-Style Katastrophenmanagement und andere aktuelle politische Erscheinungen in seine Homo Novis-Welt. Das wird dann streckenweise so realistisch, daß man erst mal was anderes lesen will. Und auch was mit weniger Hard-SciFi.

Darwin’s Children

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