Die fließende Königin ist die Beschützerin von Venedig. Nur sie allein hat mit ihrer Magie die Mumientruppen des Pharao über 30 Jahre zurückhalten können.

Merle ist Schülerin bei Venedigs berümtesten und berüchtigsten Spiegelmacher, Arcimboldo. Sie und ihre Mitlehrlinge liegen im Streit mit den Lehrlingen des gegenüberliegenden Hauses. Doch während sie sich im kleinen streitet, wird hinter den Kulissen der Stadt ein wesentlich größerer Kampf ausgetragen.

Merle belauscht ein Gespräch und gerät in dem Versuch, die fließende Königin zu retten schon bald in den Strudel aus Intrigen und Magie. Sie lernt das Volk der Meerjungfrauen kennen und muß auf den Schwingen eines steinernen Löwen reitend aus der Stadt fliehen, während die Sonnenbarken des Pharao sie verfolgen.

Die fließende Königin ist ein Kinderbuch von Kai Meyer, aber mir erscheint es in vielerlei Hinsicht besser geschrieben und spannender als seine Erwachsenenbücher. Kai Meyer zeichnet ein alternatives zwanzigstes Jahrhundert in einer Welt voller Magie, doch sieht diese Welt aus der Sicht eines Kindes, das seine ersten Schritte in der Welt der Erwachsenen macht. Was auf den ersten Blick aussieht wie “nicht ganz unsere Welt”, wird spätestens wenn Merle ihre Geburtsstadt verlassen muß zu einem Ritt in eine Welt wie sie fremder nicht sein könnte: Eine Welt in der die Hölle ein Ort im Inneren der Erde ist, die Baba Yaga Rußland beherrscht und die Truppen des wiederauferstandenen Pharao, Herrscher der Supermacht Ägypten, die Welt erobern.

Das erste Buch einer Trilogie und außerdem zwei Bücher in einem: Ein spannender Roman mit jeder Menge Sense-of-Wonder und für so einen Erzählspieler wie mich außerdem noch ein brauchbares Sourcebook für ein Ad-Hoc Fantasyszenario auf einem Con oder einer Spielsession zwischendurch.