V-Normen

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March 1, 1995
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V-Normen

V.1:
Binärwerte fuer 2-Status-Codes (auf gut deutsch LOW=0, HIGH=1 usw.).
V.2:
maximal zulässige Last von Endgeräten an Telefonleitungen.
V.4:
normiert Zeichensatz, Zeichencodierung (Parity, Start-/Stopbits).
V.5:
Signalraten f. sync. Übertragungen auf Wahlleitungen.
V.6:
Signalraten f. sync. Übertragungen auf Standleitungen
V.7:
einige Begriffsdefinitionen.
V.10:
asymmetrische Beschaltung von Schnittstellen.
V.11:
symmetrische Beschaltung von Schnittstellen.
V.13:
simulierte Trägerkontrolle (halbduplex/vollduplex).
V.14:
Übertragung von asynchronem Handshaking über synchrone Verbindungen (ist z.B. in V.42 enthalten).
V.15:
elektrische/akustische Eigenschaften von Akustikkopplern.
V.16:
analoge Modems fuer medizinische Zwecke (EKG-Uebertragung).
V.17:
2400 Baud, 7200-14400 bit/s Trellis-Code-Modulation, adaptive Equalisation, halbduplex im Wählnetz (FAX).
V.19:
Frequenzanordnung fuer parallele Übertragungen.
V.20:
erweitert V.19.
V.21:
Datenübertragung bei 300bit/s vollduplex, im Wählnetz. Für jede der beiden Richtungen (Originate, Answer) wird eine eigene Trägerfrequenz verwendet. Die binären Zustände jeder Richtung werden durch Frequenzen (Frequenzmodulation) codiert: Originate : 1080Hz ( 0 = 980Hz, 1 = 1180Hz ) Answer : 1750Hz ( 1 = 1650Hz, 1 = 1850Hz )
V.22:
Übertragungsnorm mit 1200bit/s, vollduplex. Als Modulation wird Phasenmodulation verwendet. Die Baudrate beträgt 600Baud - es müssen also zwei Bits gleichzeitig (ein Dibit) übertragen werden. Diese müssen in vier Zuständen (00, 01, 10, 11) codiert werden, dafür sind also vier Phasensprünge (0, Pi/4, Pi/2, 3/4Pi) notwendig. Die Trägerfrequenzen sind 1200Hz bei Originate bzw. 2400Hz bei Answer.
V.22bis:
Übertragungsnorm fuer Geschwindigkeiten von 2400bit/s. Basiert auf V.22, nur dass statt zwei Bits vier gleichzeitig (Quadbits) übertragen werden. Arbeitet mit QAM als Modulation bei denselben Frequenzen wie V.22.
V.23:
asymmetrische vollduplex-Datenübertragung. In der einen Richtung wird mit 1200bit/s übertragen, in der anderen mit 75 (Split-Speed). Im Gegensatz zu symmetrischen vollduplex-1200bit/s-Normen wie z.B. V.22 kann hier noch die einfachere Frequenzmodulation verwendet werden. Bildschirmtext arbeitet mit V.23.
V.24:
CCITT-Norm fuer serielle Datenübertragung. Legt die funktionalen Eigenschaften (z.B. Steckerbelegung) von seriellen Schnittstellen fest. Meist wird nur ein kleiner Teil implementiert, da die gesamte Norm sehr umfangreich ist. Zusammen mit der V.28, die die elektrischen Eigenschaften festlegt, entspricht die V.24 der amerikanischen Norm RS-232-C.
V.25:
Befehlssatz zur Ansteuerung von Modems und zum Verbindungsaufbau. Nicht sehr gebräuchlich. Die meisten Modems benutzen stattdessen den Hayes-Befehlssatz.
V.25bis:
einige kryptische Modem-Steuerkommandos und -Antwortstrings.
V.26:
Verfahren aehnlich V.22 nur mit 2400 bzw. 75 bit/s. Für Vierdraht- Standleitungen.
V.26bis:
Erweiterung von V.26 auf Wählleitungen.
V.27:
4800bit/s auf Standleitungen, optional mit 75bit/s Rückkanal (Split-speed). Phasenmodulation.
V.27bis:
Erweiterung von V.27 auf 4800bit/s, mit Fallback auch 2400bit/s auf Standleitungen.
V.27ter:
Erweiterung von V.27bis fuer Wählleitungen.
V.28:
elektrische Eigenschaften einer seriellen Schnittstelle. Die funktionellen Eigenschaften sind in V.24 genormt. Beide zusammen entsprechen der RS-232-C-Norm.
V.29:
CCITT-Norm zur halbduplex-Datenübertragung mit 9600bit/s. Basiert auf V.22bis. Dort hat man eine Schrittgeschwindigkeit von 600 Baud. Dabei werden mit Quadratur-Amplitudenmodulation (QAM) vier Bit gleichzeitig (ein Quadbit) übertragen. Die Schrittgeschwindigkeit wurde nun fuer V.29 auf 2400 Baud erhöht. Dafür wird dann eine Trägerfrequenz von 1700 Hz verwendet, die genau in der Mitte des Telefonbandes (300 bis 3400Hz) liegt. Fuer einen Rückkanal bleibt aber damit kein Platz mehr, d.h. V.29 ist ein Halbduplexverfahren. Deswegen wird es überwiegend fuer Faxgeräte eingesetzt. Auf Vierdraht-Standleitungen kann V.29 auch vollduplex übertragen.
V.31:
Stromschleife fuer binäre Uebertragung mit <75bps (Telex).
V.32:
CCITT-Norm zur Datenübertragung mit 9600bit/s bidirektional (vollduplex). Basiert auf V.29. Ebenso wie dort werden fuer 9600 bps Quadbits mit QAM uebertragen, allerdings bei einer Trägerfrequenz von 1800 Hz. Auch hier ist kein Platz für einen Rückkanal. Daher senden beide Modems gleichzeitig auf derselben Frequenz. Da aber jedes Modem weiß, was es gerade gesendet hat, kann es aus dem Frequenzgemisch seine Signale unterdrücken und so die Daten der Gegenstelle herausfiltern (Echo-Cancelling). Eine Variante von V.32 ist die Trellis-Modulation. Hier werden statt der Quadbits Quintbits übertragen. Das zusätzliche Bit wird allerdings nicht fuer Datenübertragung genutzt, sondern fuer die Fehlerkorrektur (aehnlich ^Parität^ bei RS-232-C). Dadurch ist die Übertragung etwa doppelt so fehlersicher, wie ohne Trellis.
V.32bis:
Erweiterung von V.32 auf 14400bit/s vollduplex. Neueste Übertragungsnorm. Arbeitet ebenfalls mit Echokorrektur. Es wird eine feinere Abstufung der Phasen- und Amplitudenschritte in der QAM-Matrix verwendet (stellt natuerlich höhere Anforderungen an die Leitungsqualität). Dadurch steigt einerseits die Übertragungsrate (14.4kbps bidirektional) und andererseits ist eine dynamische Leitungsanpassung mit etwas besser abgestuftem Fallback. Zusaetzlich gibt es ein Verfahren, mit dem sich die Modems in Zehntelsekunden auf einen Geschwindigkeitswechsel einigen koennen, anstatt wie bei V.32 die Verbindung neu auszumessen.
V.33:
wie V.32bis auf Vierdraht-Standleitungen.
V.40:
Fehlerkorrektur durch Synchronisation und Über-/Unterlaufzählung
V.41:
Alte Fehlerkorrekturspezifikation fuer V.23.
V.42:
Übertragungsprotokoll. Syncron-asynchron-Wandlung nach V.14. Schliesst die MNP-Klassen 1-4 ein.
V.42bis:
ein Kompressionsverfahren der CCITT, aufbauend auf dem V.42- Protokoll. V.42bis verwendet die BTLZ (British Telecom Lempel and Ziv)-Codierung, wie sie ähnlich auch in den Dateikompressionsverfahren (Zip, Arc, Lharc, Pak, Zoo etc.) eingesetzt wird. Im Gegensatz zu V.42 ist V.42bis nicht kompatibel zu dem entsprechenden MNP-Verfahren (hier MNP 5). MNP 5 verwendet eine andere Codierung (Huffmann), wird jedoch von den meisten Herstellern mit im selben Gerät angeboten.
V.50:
Qualitätsanforderungen an Leitungen fuer V.21/V.23.
V.51:
Einrichtung postinterner Stellen zur Untersuchung von Übertragungsproblemen.
V.52:
Testmuster fuer Leitungsqualität bei Datenübertragung.
V.53:
Teil von V.50, Qualitätsparameter.
V.54:
Testprotokolle (LAL, LDL, RDL) - ist in den meisten Modems drin.
V.100:
Verbindungsaufbau bei Mehrnormenmodems. Leider fehlerhaft: Nicht alle normgerechten Modems verstehen sich. Deshalb selten verwendet.

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