A Robots Dictionary

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March 1, 1995
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Dieser Text ist eine verkürzte Form des Textes »A Robots Dictionary« von me@grmbl.saar.de (Martin Emmerich). Er erschien zusammen mit anderen Artikeln im Sonderheft DFÜ der DOS International (DMV Verlag).

A

Akustikkoppler:
eine besondere Bauform des Modems, die über Muffen an den Hörer und Mikrofon des Telefonapparates gekoppelt wird.
ANSI:
American National Standards Institute, Amerikanisches Normungsinstitut, ähnlich dem DIN-Institut.
Answer-Modus:
Modem-Betriebsart. Gegenstück zum Originate-Modus.
ASCII:
American Standard Code for Information Interchange, amerikanischer Zeichencode zum Informationsaustausch. Der meistverwendete Code in der Datenkommunikation.
asynchrone Verbindung:
Verbindung ohne Übertragung eines Datentaktes. Anfang und Ende eines Datenworts muessen durch Start- und Stopbits markiert werden.
AT-Befehlssatz:
Kommandosprache zur Modemansteuerung,

B

Bandbreite:
hier Frequenzbandbreite des Telefons: Die Größe des Frequenzbereiches, der über Telefon übertragen werden kann. Bei einem Frequenzbereich von typisch 300 bis 3400Hz ist die Bandbreite 3100Hz. Da die Grenzbereiche teilweise abgeschwächt werden (Dämpfung), sind etwa 3000Hz nutzbar.
Baudrate:
gibt die Anzahl der Zustandswechsel des übertragenen Signals pro Sekunde an. Die Baudrate (auch Schrittgeschwindigkeit) wird in der Einheit Baud gemessen. Multipliziert man die Anzahl der Bits pro Zustand mit der Baudrate, so erhält man die Bitrate. Nur wenn die Anzahl der Zustaende genau zwei ist (d.h. mit einem Zustand genau ein Bit codiert wird) ist die Baudrate gleich der Bitrate.
Bimodem:
bidirektionales Übertragungsprotokoll. Arbeitet im Gegensatz zu den üblichen Protokollen wie Kermit, Xmodem, Zmodem in beide Richtungen gleichzeitig. Nur auf IBM-Kompatiblen verfuegbar. Maximale Blockgroesse 4KB. Sehr hoher Datendurchsatz (fast 100%).
Bitrate:
Anzahl der uebertragenen Bits pro Sekunde (Übertragungsgeschwindigkeit). Gemessen wird in bit/s oder bps. Die Bitrate ist nur in Sonderfaellen mit der Baudrate identisch!

C

CCITT:
Comite Consultatif International Telephonique et Telegraphique, ein Internationales Gremium für Normen zu Telefon und Telegraphie, an dem Vertreter von Post, Industrie und Wissenschaft aus 159 Ländern teilnehmen. Das CCITT ist ein Organ der International Telecommunications Union (ITU) der Vereinten Nationen. Normen zur Datenübertragung sind beispielsweise die über Telefon (V-Normen), ueber Datennetze (X-Normen) und über ISDN (I-Normen).
CRC:
Cyclic Redundancy Check, Prüfsumme, in Übertragungsprotokollen verwendet. Üblich sind 16 oder 32 Bit lange Varianten, kurz: CRC-16 und CRC-32. Eine CRC stellt den Rest aus einer Polynomdivision dar. Implementationen sind allgemein als Quelltext erhältlich.
CTS:
Clear To Send, Sendebereitschaft, Signal der V.24-Schnittstelle. Auch RTR, Ready To Receive genannt.

D

DCD:
Data Carrier Detect, Trägersignalerkennung, Signal der V.24-Schnittstelle.
DCE:
Data Communications Equipment, eine von zwei moeglichen Konfigurationen einer V.24-Schnittstelle. Eine DCE kann immer nur direkt mit einer DTE verbunden werden. Für eine Vermindung DCE-DCE oder DTE-DTE muss ein Kabeladapter oder Spezialkabel (Nullmodem) verwendet werden.
DEE:
Datenendeinrichtung, Deutsch fuer DTE.
DFÜ:
Datenfernübertragung.
DIN:
Deutsches Institut fuer Normung e.V. seit 1975, davor Deutsche Industrie-Norm. Der Verein ist aus dem 1917 gegruendeten “Normalienausschuss für den allg. Maschinenbau” hervorgegangen und hat den Sitz in Berlin.
Download:
Das “Herunterladen” einer Datei vom fernen Rechner auf den eigenen mit Hilfe eines Übertragungsprotokolles.
DSR:
Data Set Ready, Betriebsbereitschaft, Signal der V.24-Schnittstelle.
DTE:
Data Terminal Equipment, eine von zwei Konfigurationen einer V.24- Schnittstelle. Das Gegenstück zur DCE.
DTR:
Data Terminal Ready, Endgerät betriebsbereit, Signal der V.24-Schnittstelle.
DÜE:
Datenübertragungseinrichtung, Deutsch fuer DCE.
Echo-Cancelling:
beide Modems senden gleichzeitig auf derselben Frequenz. Da aber jedes Modem weiss, was es gerade gesendet hat, kann es aus dem Frequenzgemisch seine Signale unterdrücken und so die Daten der Gegenstelle herausfiltern. Wird z.B. bei V.32 verwendet.

E

EIA:
Electronic Industries Association. Amerikanische Vereinigung der Elektronikindustrie, die u.A. auch Standards fuer Datenkommunikation herausgibt (z.B. RS-232-C).
Escapen:
Codieren von unerlaubten Zeichen mittels eines reservierten Steuerzeichens (Escape-Zeichen). Solche Verfahren werden z.B. von Übertragunsprotokollen zur Übertragung von Zeichen verwendet, die in der darunterliegenden Übertragungsebene nicht zulässig sind.

F

Fallback:
Zurückschalten auf langsamere Geschwindigkeit bei schlechter Leitungsqualität.
FSK:
Frequency Shift Keying = Frequenzumtastung (Frequenzmodulation).

H

halbduplex:
Datenübertragung in nur eine Richtung mit Umschaltung der Übertragungsrichtung.
Handshake:
Synchronisationsverfahren bei der Datenübertragung. Der Sender signalisiert, wenn er neue Daten senden möchte oder kann und der Empfänger, wenn er neue verarbeiten kann bzw. möchte. Erst wenn beide sich auf eine Übertragung geeinigt haben, kann diese beginnen.
Hardware-Handshake:
Handshake ueber Signalleitungen. Üblicherweise wird bei V.24 mit CTS/RTS signalisiert.
Hayes-Befehlssatz:
Kommandosprache zur Modemansteuerung. Ursprünglich Entwicklung der Firma Hayes. Inzwischen der De-Facto-Standard, von dem aber nahezu jeder Modemhersteller mehr oder weniger abweicht. Alle Befehle beginnen mit AT, daher heisst er auch AT-Befehlssatz. Ist so weit verbreitet, dass sich der genormte V.25-Standard kaum durchsetzt.

I

ISDN:
Integrated Services Digital Network, “Dienstintegrierendes Digitales Netz”, ein öffentliches Digitalnetz sowohl zur Daten- als auch zur Sprach- und Bildübertragung.
ISO:
International Standardisation Organisation, Internationale Normungsorganisation. Internationales Gegenstueck zur staatlichen Normungsinstituten wie ANSI oder DIN.

K

Kermit:
eines der ältesten Üebertragungsprotokolle. Tatsächlich nach Kermit dem Frosch benannt. Da die Blockgrösse in der ursprünglichen Form maximal 94 Bytes beträgt, ist die Geschwindigkeit relativ gering (hoher Aufwand fuer das Protokoll).
Kompression:
verringert das Datenvolumen bei gleichem Informationsgehalt, indem Redundanzen eliminiert werden. Bei den meisten Verfahren (z.B. V.42bis, MNP 5) werden die häufigsten Zeichen und Zeichenfolgen mit kurzen Bitfolgen codiert, während die selteneren länger codiert werden.

L

Leitungsvermittlung:
Eine Leitung wird zwischen den beiden Kommunikationspartnern für die Dauer der Verbindung fest geschaltet. Das Gegenstück zu Paketvermittlung.

M

MNP:
Microcom Networking Protocol, Übertragungsverfahren der Firma Microcom. Es gibt zehn Klassen, die zum Teil aufwärtskompatibel sind. Die Klassen 1-4 sind reine Datenübertragungsprotokolle. Diese wurden in die V.42-Norm aufgenommen. Ab MNP Klasse 5 kommt dann Kompression ins Spiel.
Modem:
Abkürzung fuer “MOdulator und DEModulator”, d.h. ein Gerät, das den Bitstrom des Computers in analoge Signale umwandelt, die dann auch über das Telefonnetz übertragen werden koennen (Modulation). Das Partner-Modem macht die Umwandlung dann wieder rückgaengig (Demodulation). Deshalb ist auch der Akustikkoppler ein Modem, auch wenn er i.d.R. nicht so genannt wird.
Modulation:
Verfahren, um einer Trägerfrequenz ein Nutzsignal “aufzubürden”, so dass das Nutzsignal gut übertragen werden kann. Üblich sind z.B.

Amplitudenmodulation (AM):

das Nutzsignal wird in die Amplitude (=Lautstärke) codiert (z.B. laut=1, leise=0). Frequenzmodulation (FM, FSK):
die Abweichung von der Trägerfrequenz ergibt das Nutzsignal. Da bei der Datenübertragung das Nutzsignal nur zwei Zustände hat, ergeben sich zwei Frequenzen, die symmetrisch oberhalb und unterhalb der Trägerfrequenz liegen. Letztere heißt dann auch Mittenfrequenz. Phasenmodulation (PM, PSK):
das (diskrete) Nutzsignal wird durch einen Sprung in der Phase des (im Gegensatz zur FSK festen) Trägers codiert, d.h. der normalerweise sinusförmige Signalverlauf wird unterbrochen und ein Stück weiter fortgesetzt. Oft werden mehrere Bits gleichzeitig in einen Zustand codiert. Quadratur-Amplitudenmodulation (QAM):
eine Kombination aus AM und PM, wobei ein Teil der Zustände in AM und der Rest in PM codiert werden.
Multiplexer:
Einrichtung, die einen schnelleren Datenkanal in mehrere langsamere Kanäle aufteilt.

O

Originate-Modus:
eine von zwei Betriebsarten bei manchen Vollduplex-Modems.
OSI:
Open Systems Interconnection, Sammlung von Standards der ISO zur Kommunikation zwischen Computersystemen.
OSI-ISO-Modell:
Modell zur Datenübertragung zwischen Computersystemen. Es beschreibt sieben aufeinander aufbauende Schichten mit definierten Aufgaben und Schnittstellen.

P

Paketvermittlung:
Eine Technik zum Weiterleiten von Daten in einem Netz. Hierbei werden die Daten in Blöcken (“Paketen”) einer bestimmten Länge übertragen. Spezielle Steuerpakete dienen dem Aufbau der Verbindung. Im Gegensatz zur Leitungsvermittlung wird zwischen den Partnern keine feste Leitung geschaltet, vielmehr werden die Daten je nach Auslastung des Netzes ueber verschiedene Wege übertragen. Dabei können durchaus Pakete des gleichen Datenstromes verschiedene Wege nehmen.
Parität:
Bit bei asynchroner Datenübertragung, das der Fehlererkennung dient. Bestandteil des Übertragungsformats.
Protokoll:
Ein Satz von Regeln und Vereinbarungen, der den Informationsfluss in einem Kommunikationssystem steuert. Kann sich sowohl auf Hardware, wie auf Software beziehen. Wird in der Datenübertragung haeufig als Kurzform fuer Übertragungsprotokoll verwendet.

Q

QAM:
Quadrature Amplitude Modulation.

R

RD:
Receive Data, Empfangsdaten, Signal der V.24-Schnittstelle.
RI:
Ring Indicator, ankommender Ruf, Signal der V.24-Schnittstelle.
Routing:
Transportieren von Daten innerhalb eines Netzes anhand eines Pfades, der im Header der Daten enthalten ist (passives Routing) oder durch Bestimmen des kürzesten, schnellsten, billigsten oder nächstbesten Routweges (aktives Routing) aus einer Karte des Netzes.
RS-232-C:
amerikanische EIA-Norm für serielle Schnittstellen. Die internationale Norm V.24 legt die entsprechenden funktionalen Eigenschaften und V.28 die entsprechenden elektrischen Eigenschaften fest.
RTS:
Request To Send, Sendeteil Einschalten, Signal der V.24-Schnittstelle.

S

Sliding-Window-Protocol:
Jedes Übertragungsprotokoll, bei dem weitere Datenblöcke schon übertragen werden können, während für den aktuellen Datenblock das ACK noch aussteht. Wesentlich schneller, als wenn das Protokoll jedesmal das Senden unterbricht, um auf die Bestätigung des Blockes zu warten. Die Anzahl der ACKs, die noch ausstehen duerfen, bezeichnen die Window-Size des Protokolls.
Software-Handshake:
Handshake durch festgelegte Steuerzeichen. Fuer Binaeruebertragungen ohne Übertragungsprotokoll nicht geeignet, da die Daten auch die reservierten Handshake-Zeichen enthalten koennen. Die ueblichsten Zeichen sind XON/XOFF, manchmal wird aber auch ETX/ACK benutzt.
Split-Speed:
asymmetrische vollduplex-Datenübertragung mit zwei verschiedenen Geschwindigkeiten (z.B. V.23).
Startbit:
Bit bei asynchroner Uebertragung, das den Anfang eines Datenworts anzeigt. Immer Null. s. Übertragungsformat.
Stopbit:
ein oder zwei Bits bei asynchroner Übertragung, die das Ende eines Datenworts anzeigen. Immer Eins. siehe Übertragungsformat.

T

TAE:
TelefonAnschlussEinheit. Steckersystem der Deutschen Telekom. In Deutschland wird nur die sechspolige Version TAE-6 und in ISDN-Anlagen die achtpolige TAE-8 verwendet.
TD:
Transmit Data, Sendedaten, Signal der V.24-Schnittstelle.
Trellis-Modulation:
spezielles Modulationsverfahren mit eingebauter Fehlerkorrektur, wird z.B. bei V.32 verwendet. Im Gegensatz zur Quadratur-Amplitudenmodulation mit ihren Quadbits werden Quintbits uebertragen. Das zusätzliche Bit dient der Fehlerkontrolle und teilweise auch deren Beseitigung.

U

Übertragungsformate:
Bitkombination bei asynchroner Datenübertragung. Durch zusaetzliche Bits wird Anfang (Startbit) und Ende (Stopbit) eines Datenworts markiert. Weitere Bits (Paritätsbits) können der Fehlererkennung dienen. Die ueblichsten Formate sind “8n1” ( 8 Datenbits, no=keine Parität, 1 Stopbit) und “7e1” ( 7 Datenbits, even=gerade Parität, 1 Stopbit).
Übertragungsprotokoll:
Verfahren zur Übermittlung von Daten; diese werden meist in Blöcke zerlegt und um Prüfsummen (CRC o.ä.) ergänzt. Fehlerhafte Blöcke werden automatisch neu übertragen, ohne daß der Benutzer (oberhalb der Protokollebene) etwas davon merkt. Bei hoher Fehlerhäufigkeit wird meistens die Blockgrösse verkleinert.
Upload:
Das “Hinaufladen” einer Datei vom eigenen Rechner auf den fernen Rechner mit einem Übertragungsprotokoll. Die Umkehrung dieses Vorganges heisst Download.

V

vollduplex:
Datenübertragung in beide Richtungen gleichzeitig.

W

Ward-Christiansen-Protokoll:
s. Xmodem.

X

X.25:
Schnittstellennorm des CCITT zur paketorientierten Datenübermittlung. Das öffentliche deutsche X.25-Netz ist Datex-P.
Xmodem:
Übertragungsprotokoll. Nach seinem Erfinder auch Ward- Christensen-Protokoll genannt. Neben Kermit eines der ältesten Datenübertragungsprotokolle.
XON:
Steuerzeichen (Ctrl-Q) zum Signalisieren der Empfangsbereitschaft (Softwarehandshake), wird von XOFF aufgehoben.
XOFF:
Steuerzeichen (Ctrl-S) zum Aufheben der Empfangsbereitschaft, Gegenstück zu XON.

Y

Ymodem:
Übertragungsprotokoll, faßt die diversen Xmodem-Erweiterungen zusammen und ergänzt sie um eine Übertragung von Dateinamen und Dateigröße und um Batch-Übertragungen.

Z

Zmodem:
Übertragungsprotokoll, völlig neues Protokoll, versteht sich aber als Nachfolger von Ymodem. Auf positive Rückmeldungen wird verzichtet, sofern die Leitungsqualität das zuläßt. Die Blockgröße wird während der Übertragung der Leitungsgüte angepaßt. Die maximale Blockgröße ist auf 1K (einige Versionen: 8 KB) erhöht.

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