Metagame, 5.49 EUR, 422 Seiten in der gedruckten Fassung.

Landstrom: Metagame

Letzten Monat gab es den Kindle-Deal des Tages für Metagame von Sam Landstrom.

Eine SciFi-Geschichte in einem nachhaltigen Universum voller Bioengineering. Die Menschheit auf die harte Weise gelernt, daß sie nicht weiter wachsen und nach belieben Energie verbrauchen kann: Nach einigen biologischen Katastrophen hat die Restbevölkerung eine Gesellschaft erschaffen, die nach den Regeln “Des Spiels” lebt. Jede Tätigkeit im Leben ist Teil Des Spiels, entweder ein Grinder Game, also als Spiel verpackte Arbeit, oder ein Spank Game, also ein Zeitvertreib, der Menschen davon abhält, aus Langeweile Unheil anzurichten (Die Geschichte enthält einige Backreferenzen auf einen 17-jährigen Jungen, der aus Langeweile mit einem Bioengineering Kit einen Virus erschaffen hat, der dann mal grad 1/4 der Weltbevölkerung ausgelöscht hat). Arbiter des Spiels ist eine KI, plus einige selbstreferentielle Mechanismen, die die Arbeitsweise der KI verändern können - auf eine Weise kann man MetaGame auch als “Daemon/Freedom 200 Jahre später” lesen und auffassen.

In der Geschichte wird eine Gruppe aus wirtschaftlich Unabhängigen (“Adeligen”) und regulären Spielern sowie einige menschenähnliche genengineerte Kreaturen zusammengewürfelt und gerät in ein Metaspiel - in dieser Partie spielt man verschiedene Aspekte des Spiels “Polizei und Gesetzesdurchsetzung” auf beiden Seiten des Gesetzes durch, und nicht alle überleben. Die Spielsicht auf hoheitliche Funktionen eines Gemeinwesens birgt dabei eine ganze Menge für den Leser überraschende Einsichten.

Was für ein Metaspiel das ist, und wieso es stattfinden muß wird im Laufe der Geschichte klar - Metagames sind Spiele, in denen die KI prüft, ob die Regeln Des Spiels noch angemessen und der sich verändernden Gesellschaft entsprechend sind und diese gegebenenfalls anpaßt. Faßt man MetaGame als Fortsetzung von Daemon/Freedom auf, bietet Sam Landstrom eine Perspektive, wie die von Daniel Suarez geschaffene menschliche Gesellschaft trotz ihres nichtmenschlichen Arbiters menschlich und flexibel und damit auch stabil bleiben kann.