Argh! Ein mal, ein einziges Mal tut man etwas Gutes und dann das!

In den Kommentaren zu Nicht das Urheberrecht ist das Kernthema schrieb ich also:

Du kannst Lena Falkenhagen ein neues Urheberrecht schreiben lassen, nach ihrem Wunsch, und das zum Gesetz werden lassen. Es würde ihre Situation nicht verbessern. Denn die Probleme, die sie da sieht oder hat - sie liegen nicht im Urheberrecht.

und machte meinen Standpunkt also in einem Nachtrag noch einmal deutlicher.

Dadurch habe ich mir wohl eine Art Fadenkreuz auf die Stirn gemalt. Es beginnt mit Jan Delay, der sich mit den Realitäten auseinandersetzt, geht weiter bei Falk Wussow, der sie nicht wahr haben will, und schlägt dann auf bei Rafael Eduardo Wefers Verástegui, der in den Kommentaren dann von eben diesem Fadenkreuz Gebraucht macht:

Auf der anderen Seite: Du hast sowieso keine Wahl, denn wie Kristian Köhntopp letzthin so schön verbloggt hatte: Das Urheberrecht und der Schutz von Urheberrechten ist nicht Dein Problem. Es wird Dir auch nicht helfen jeden Filesharer standrechtlich zu erschiessen.

Jetzt haben wir also einen kalten Novembermorgen, dichter Nebel liegt über Berlin. Ich, zwei Meter zwei groß, 135 kg schwer, unrasiert, habe einen rosa Tutu an und einen fetten massivgoldenen Zauberstab in der Hand. Meine Landung bei Falk Wussow ist wenig elegant: mehr so eine Bruchlandung. Immerhin gibt es außer mir keine Verletzten, auch wenn es um die Regale schade ist.

“Tach,” sage ich, und bürste mir die Holzsplitter vom Tutu und den Legwarmers, “ich bin die Lobbyistenfee. Sorry, daß sie mich schicken, aber die jungen knackigen Mädels sind alle bei den Abgeordneten, Bungabunga, wissen schon. Für solche wie Dich bleibe dann leider nur ich.” Falk guckt irritiert.

Ich räuspere mich und muß lautstark hochziehen - verdammtes Küstenwetter, elende Sinusitis. “Tja, Falk”, fahre ich fort, “Du hast Glück.” Falk guckt fassungslos auf die Trümmer seiner Regalwand und kann sein Glück irgendwie nicht fassen.

“Du hast eine Legislation frei. Sage uns, wie das Urheberrecht Deiner Meinung nach aussehen sollte, um alle Probleme der Urheber zu lösen. Du kannst es ohne Berücksichtigung irgendwelcher Grenzen frei und nach Wunsch umschreiben.” Falk schaut noch irritierter, falls so etwas noch möglich ist: “Was? Einfach so?”

“Nein”, entgegne ich, “nicht einfach so. Es gibt eine Deadline, bis zum Ende des Monats. Aber das sollte für einen Künstler ja nichts ungewohntes sein. Und Du mußt erklären, wieso Du glaubst, daß genau diese Regel, so wie Du sie aufstellst, die Probleme der Künstler löst.”

Ich schwinge meinen Zauberprügel, eher wenig elegant - für diesen Job bin ich einfach nicht geschaffen! Auffällig-unauffällig werfe ich ein paar Ninja Rauchbomben, taste mich durch den Dunst hustend zur Tür und gehe ab.

So.

Wollen doch mal sehen, ob es Falk gelingt, die Welt in einen besseren Ort zu verwandeln. Vielleicht mag Lena helfen? Wenn es klappt, ist das sogar ein rosa Tutu wert. Zum Glück ist das hier Berlin. Selbst in der U-Bahn falle ich in meinem Aufzug kaum auf.