Ich las gerade über den Streit um den Like-Button bei Heise und dachte zurück an die erste Sommerakademie “Datenschutz in Europa” im Kieler Landeshaus. Bei Datenschutzzentrum.de findet man in der Tat eine Chronik und offenbar war diese Veranstaltung am 29. August 1994, also vor ziemlich genau 17 Jahren.

Damals stand ich mit Terra in der Eingangshalle des Kieler Landeshauses. Wir hatten ein Modem dort stehen und ein Terminalprogramm am Laufen. Auf dem Terminal waren wir auf einer Maschine in den USA eingeloggt, die personenbezogene Daten von Deutschen verarbeitete: diese Kiste hatte also ein wirklich langes Tastaturkabel. Die Platten des US-Rechners waren über NFS aus einer weiteren, anderen Jurisdiktion gemountet - die Kiste hatte also auch ein wirklich langes Plattenkabel.

Wir haben damals bei den Abgeordneten und Datenschützern, die uns über die Schultern schauten, eine ganze Menge “404”-Gesichter erzeugt - “Was machen die da? Wieso ist das ein Problem? Und wenn es ein Problem ist, was zum Teufel können wir da machen?”

Das ist im Grunde genau die Situation, die wir jetzt beim Facebook Like-Button, bei jedem eingebundenen Youtube-Video und natürlich auch bei jeder Dropbox haben.

17 Jahre Processing Time sind allerdings auch für eine Juristen-CPU eine ganze Menge Latenz. Zeit für ein Upgrade? Oder müssen wir unsere Rechtsprechung auch beim Datenschutz in die Cloud verlegen? Beim Copyright ist das ja quasi schon passiert.