Lustige Dinge passieren. Alle Welt rüstet ihre Android-Telefone zum Beispiel auf das aktuelle 2.2 “FroYo” auf, nur Vodafone nicht. Als strikte Anhänger der Auffassung, daß es den Geschmack verbessern wenn sie in etwas hineinpinkeln, lassen sie stattdessen eine Branding-Welle über die Benutzer rollen.

Heise:

Statt der erhofften Aktualisierung auf die Android-Version 2.2 (Froyo) bekamen die Nutzer jedoch lediglich Zugangssoftware für Vodafones Online-Dienst 360 installiert – zudem änderte das Update die Startseite des Browsers, setzte verschiedene neue Bookmarks und installierte ein Vodafone-Startlogo. Einige Anwender berichten, dass sich die Akkulaufzeit des Gerätes verschlechtert habe, bei anderen seien alle Kurznachrichten plötzlich doppelt vorhanden.

Die Reaktion der Benutzer kam für Vodafon unerwartet: Man rottet sich zusammen, organisiert sich und prügelt auf den Dienstleister (Wie nennt man einen Dienstleister, dessen Dienst eine Last ist? Dienstlaster?) ein, zum Teil an prominenter Stelle.

Vodafon leckt sich die Wunden und robbt zurück - das Rollout ist gestoppt.

Spannend, gleich zwei Mal. Erstens: Benutzer können sich inzwischen schnell genug und gut genug organisieren, um diese Wirkung auf den Dienstleister zu haben. Zweitens: Inzwischen ist bei Mobiltelefonen das System wichtiger als das Netz. Benutzer kaufen Telefone nach Betriebssystem und Version und legen Wert darauf, Updates unverfälscht und zeitnah zu bekommen.

Die Strategie zeigt Wirkung?

Update: Tut sie. Golem schreibt:

Ab kommendem Montag, dem 23. August 2010, beginnt Vodafone hierzulande, Android 2.2 für HTCs Smartphone als “Firmware over the Air” (FOTA) auszuliefern…. Vor allem die fest integrierten Vodafone-360-Applikationen störten viele Besitzer des HTC Desire. Auch das Branding verärgerte viele Kunden, die das HTC Desire nur gekauft hatten, weil sie von Vodafone beim Gerätekauf die Zusicherung erhalten hätten, dass das Gerät kein Branding aufweist. Daher soll das ab Montag bereitgestellte Update auf Android 2.2 ohne Branding und ohne vorinstallierte Vodafone-360-Applikationen erscheinen. Anpassungen soll es lediglich bei den Netzwerkeinstellungen geben, versicherte der Konzern Golem.de.